Chrom: D-A-CH-Schätzwerte im deutschen Referenzwertkontext
Die DGE-Webfassung führt Chrom-Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr. Für Jugendliche und Erwachsene nennt sie 30-100 µg/Tag. Für Kinder ab 1 Jahr liegen die sichtbaren Spannbreiten zwischen 20-60 und 20-100 µg/Tag.
Kurzprofil
- Quelle: DGE (laufende Webfassung). Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän - Referenzwerte.
- Quellentyp: Behörden- und Referenzwertquelle
- Wirkstoff: Chrom
- Originaltitel: Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän - Referenzwerte
- Artikeltitel: Chrom: D-A-CH-Schätzwerte im deutschen Referenzwertkontext
- Jahr der sichtbaren Ableitung: 2000
- Sprache: Deutsch
- Land/Kontext: Deutschland / D-A-CH-Referenzwerte
- Quelle: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kupfer-mangan-chrom-molybdaen/
- Zitation: DGE (laufende Webfassung). Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän - Referenzwerte. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kupfer-mangan-chrom-molybdaen/.
- Einordnung: Referenzwert- und Tabellenquelle, nicht klinische Interventionsstudie
Die DGE-Webfassung bündelt für Chrom die D-A-CH-Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr. Sie stellt Chrom zusammen mit Kupfer, Mangan und Molybdän als Spurenelement dar und führt für Altersgruppen vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenenalter Spannbreiten in µg pro Tag auf. Der sichtbare Ableitungsstand für die Tabelle ist 2000.
Hintergrund und Fragestellung
Die Quelle beantwortet keine klinische Wirksamkeitsfrage. Sie legt stattdessen dar, welche Zufuhrmengen im D-A-CH-Referenzwertsystem als Schätzwerte für eine angemessene Aufnahme von Chrom geführt werden. Damit geht es um Orientierung im Referenzwertkontext, nicht um eine therapeutische Anwendung und nicht um die Bewertung einzelner Supplemente.
Chrom wird auf der DGE-Seite als essenzielles Spurenelement beschrieben, das der Körper nicht selbst bilden kann und das mit der Nahrung zugeführt werden muss. Die Seite nennt außerdem eine Funktion im Kohlenhydratstoffwechsel und führt beispielhaft Fleisch, Eier, Haferflocken und Tomaten als chromhaltige Lebensmittel auf. Diese Aussagen bleiben allgemein und werden auf der sichtbaren Seite nicht als ausführlicher Mechanismus- oder Studienabschnitt ausgearbeitet.
Methodik der Zusammenfassung
Die sichtbare DGE-Webfassung ist eine Referenzwerttabelle mit Begleittext. Sie beschreibt auf der Seite selbst keine detaillierte Suchstrategie, keine systematische Literaturauswahl, keine Qualitätsbewertung einzelner Studien und keine statistische Zusammenfassung. Die Tabelle eignet sich daher als offizielle D-A-CH-Referenzwertquelle, aber nicht als Meta-Analyse mit gepoolten Effektschätzern.
Als Ableitungsstand nennt die Seite das Jahr 2000. Zusätzlich weist sie im Bereich zu den Referenzwerten darauf hin, dass die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr als Loseblattsammlung aktualisiert werden und dass der Ordner seit September 2025 in der 3. Auflage vorliegt. Außerdem verweist die Seite auf ein Erratum zur 3. Auflage mit Stand Mai 2026. Die sichtbare Chromtabelle selbst wird jedoch mit Ableitungsstand 2000 angezeigt.
Für die Interpretation ist deshalb wichtig: Die Quelle liefert die offiziellen Tabellenwerte und den institutionellen Kontext, aber sie legt auf der HTML-Seite nicht offen, welche Primärstudien oder Datenmodelle die Spannbreiten im Einzelnen tragen. Diese fehlende Detailmethodik bleibt ein offener Punkt für jede tiefergehende Ableitungsanalyse.
Eingeschlossene Studien und Datenbasis
Die DGE-Seite nennt in der sichtbaren Webfassung keine Liste eingeschlossener Einzelstudien. Sie gibt auch keine Teilnehmerzahl, keine Studienpopulation und keine Studiendauer an. Die Datenbasis erscheint für den Leser als zusammengeführte Referenzwerttabelle, nicht als einzeln aufgeschlüsseltes Review.
Die Tabelle enthält Chromwerte für folgende Altersgruppen:
| Gruppe | Alter | Schätzwert für Chrom |
|---|---|---|
| Säuglinge | 0 bis unter 4 Monate | 1-10 µg/Tag |
| Säuglinge | 4 bis unter 12 Monate | 20-40 µg/Tag |
| Kinder | 1 bis unter 4 Jahre | 20-60 µg/Tag |
| Kinder | 4 bis unter 7 Jahre | 20-80 µg/Tag |
| Kinder | 7 bis unter 10 Jahre | 20-100 µg/Tag |
| Kinder und Jugendliche | 10 bis unter 15 Jahre | 20-100 µg/Tag |
| Jugendliche und Erwachsene | ab 15 Jahre | 30-100 µg/Tag |
Die Werte sind Spannbreiten. Sie werden in der Quelle als Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr geführt. Die Webfassung differenziert in der sichtbaren Tabelle bei Chrom nicht nach Geschlecht, Schwangerschaft oder Stillzeit. Falls solche Detailtabellen im Referenzwerte-Tool oder in Buchfassungen anders dargestellt werden, ist das in dieser ausgewerteten Webfassung nicht direkt belegt.
Ergebnisse
Der zentrale Befund der Quelle ist der D-A-CH-Schätzwertrahmen für Chrom. Für Jugendliche und Erwachsene nennt die DGE 30-100 µg Chrom pro Tag. Für Kinder ab 1 Jahr werden je nach Alter 20-60, 20-80 oder 20-100 µg pro Tag angegeben. Für Säuglinge stehen 1-10 µg pro Tag in den ersten vier Lebensmonaten und 20-40 µg pro Tag vom vierten bis unter den zwölften Monat.
Die Werte steigen in der Tabelle nicht streng linear. Ab 7 Jahren liegt die obere Spanne bereits bei 100 µg pro Tag; bei Jugendlichen und Erwachsenen steigt vor allem die untere Spanne auf 30 µg pro Tag. Die DGE-Seite stellt diese Zahlen nicht als individuell passende Menge, sondern als Referenzwerttabelle dar.
Die Quelle nennt keine eigene obere sichere Aufnahmemenge für Chrom und keine Bewertung von Hochdosis-Supplementen. Auch klinische Endpunkte wie Blutzucker, Körpergewicht, Lipide oder PCOS werden auf dieser Referenzwertseite nicht bewertet. Solche Themen liegen außerhalb der sichtbaren DGE-Tabelle.
Einordnung und Limitationen
Die Stärke der Quelle liegt in ihrer Rolle als deutscher D-A-CH-Referenzanker. Sie ist für den deutschen Ernährungskontext direkt relevant, weil sie die offiziellen Schätzwerte für Chrom sichtbar macht. Für die Wissensbewertung ist sie jedoch keine klinische Studie und kein transparenter systematischer Review mit offen dargestellter Such- und Bewertungsmethodik.
Die wichtigste Grenze ist die Art des Wertes: Es handelt sich um Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr. Die sichtbare Quelle zeigt nicht, dass ein exakter individueller Bedarf sicher bestimmt wurde. Sie erlaubt auch keine Aussage, dass eine zusätzliche Aufnahme über Supplemente für bestimmte Personen nützlich wäre.
Eine zweite Grenze betrifft die Datenbasis. Die HTML-Seite nennt keine Primärstudien, keine Evidenzgrade und keine Herleitungsschritte für die Zahlenbereiche. Dadurch bleibt offen, wie stark die einzelnen Altersgruppenwerte durch direkte Humanstudien, Bilanzdaten, Extrapolationen oder Fachbewertungen gestützt sind.
Eine dritte Grenze betrifft die internationale Einordnung. Die DGE-Webfassung zeigt die D-A-CH-Werte, aber sie diskutiert auf dieser Seite nicht ausführlich, warum andere Institutionen Chrom anders einordnen können. Der Vergleich mit europäischen oder nordischen Bewertungen muss daher aus eigenen Quellen zu EFSA, NASEM oder NNR geführt werden und darf nicht aus der DGE-Seite allein abgeleitet werden.
Fazit
Die DGE-Webfassung liefert den deutschen D-A-CH-Referenzwertanker für Chrom. Sie nennt Schätzwerte von 1-10 µg/Tag im frühen Säuglingsalter bis 30-100 µg/Tag für Jugendliche und Erwachsene. Die Quelle ist stark für die Frage, welche Chromwerte im deutschen Referenzwertsystem geführt werden. Sie ist schwach für Fragen nach genauer Bedarfsableitung, klinischer Wirkung, Hochdosis-Sicherheit oder individueller Supplementierung, weil diese Punkte auf der sichtbaren Seite nicht methodisch ausgearbeitet werden.
Eingeschlossene Einzelstudien
Die sichtbare DGE-Webfassung nennt keine eingeschlossenen Einzelstudien.
Kompakte Faktenzusammenfassung
- Die DGE führt Chrom in der Webfassung als Spurenelement und nennt D-A-CH-Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr.
- Der sichtbare Ableitungsstand der Chromtabelle ist 2000.
- Für Jugendliche und Erwachsene nennt die Tabelle 30-100 µg Chrom pro Tag.
- Für Kinder ab 1 Jahr nennt die Tabelle je nach Alter 20-60, 20-80 oder 20-100 µg Chrom pro Tag.
- Die Quelle enthält auf der sichtbaren Seite keine detaillierte Suchstrategie, keine Liste eingeschlossener Studien und keine eigene Hochdosis- oder Supplementierungsbewertung.
- Offene Punkte für eine vertiefte Bewertung sind die genaue Herleitung der Schätzwerte, die Abgrenzung zu Institutionen ohne Chrom-DRV und die Sicherheitsbewertung hoher zusätzlicher Zufuhr.