Referenzwerte für die Zufuhr von Calcium und Vitamin D

Der IOM-Bericht von 2011 leitete Vitamin-D-Referenzwerte vor allem aus der Knochengesundheit ab. Er unterscheidet Bedarfsdeckung und Obergrenzen.

Welche Bewertung liegt zugrunde?

Das Institute of Medicine erstellte den Bericht im Auftrag der US-amerikanischen und kanadischen Regierungen. Diese Zusammenfassung behandelt seinen Vitamin-D-Teil. Die institutionelle Evidenzbewertung richtet sich an die allgemein gesunde nordamerikanische Bevölkerung und unterscheidet Altersgruppen und Lebensphasen.

Als tragfähige Grundlage galt die Evidenz zur Knochengesundheit. Für andere Endpunkte waren kausale Zusammenhänge oder Dosisbeziehungen nach damaliger Bewertung nicht ausreichend belegt, um daraus Referenzwerte abzuleiten. Das ist weder ein allgemeiner Beweis der Wirkungslosigkeit noch ein aktueller Präventionsnachweis.

Die Werte setzen minimale Sonnenexposition voraus. Gemeint ist die Zufuhr über Lebensmittel und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel, keine pauschale Supplementmenge.

Referenzwerte zur Bedarfsdeckung

Die RDA wird aus dem geschätzten durchschnittlichen Bedarf abgeleitet und soll den Bedarf nahezu aller gesunden Personen einer Gruppe abdecken. Wenn sich durchschnittlicher Bedarf und RDA nicht bestimmen lassen, dient die AI als Schätzwert einer angemessenen Zufuhr auf Basis beobachteter oder experimentell ermittelter Mengen.

Tabelle S2 des Berichts nennt folgende tägliche Vitamin-D-Zufuhr:

GruppeKategorieWert pro Tag
Säuglinge, 0–6 und 6–12 MonateAI400 IU (10 µg)
Kinder, Jugendliche und Erwachsene von 1 bis einschließlich 70 JahrenRDA600 IU (15 µg)
Personen über 70 JahreRDA800 IU (20 µg)
Schwangerschaft und Stillzeit, ausgewiesene Gruppen von 14 bis 50 JahrenRDA600 IU (15 µg)

Obergrenzen sind keine Zielwerte

Der UL bezeichnet die höchste durchschnittliche tägliche Gesamtzufuhr, bei der für nahezu alle Personen der Allgemeinbevölkerung voraussichtlich kein Risiko unerwünschter Wirkungen besteht. Bei Überschreitung kann das Risiko steigen. Er ist kein Einnahmeziel und garantiert keine individuelle Sicherheit.

AltersgruppeUL pro Tag laut Bericht
0–6 Monate1.000 IU (25 µg)
6–12 Monate1.500 IU (38 µg)
1–3 Jahre2.500 IU (63 µg)
4–8 Jahre3.000 IU (75 µg)
Ab 9 Jahren, einschließlich der ausgewiesenen Schwangerschafts- und Stillzeitgruppen4.000 IU (100 µg)

Die µg-Angaben einschließlich der gerundeten Werte 38 und 63 entsprechen der Originaltabelle.

Grenzen und Einordnung

Die Ableitung der Obergrenzen war durch begrenzte Daten zu langfristig überhöhter Zufuhr unterhalb klassisch toxischer Mengen erschwert. Der Ausschuss berücksichtigte diese Unsicherheit; die Werte sind keine präzisen persönlichen Toxizitätsschwellen und nicht als Vorgaben für klinische Forschungsdosierungen spezifiziert.

Hier wird der historische Bewertungsstand von 2011 wiedergegeben. Die populationsbezogenen Referenzwerte ersetzen keine individuelle Beurteilung und stellen keine Dosierungsanweisung dar.

Fazit

Der Bericht trennt Vitamin-D-Mengen zur Bedarfsdeckung von Obergrenzen der langfristigen Gesamtzufuhr. Entscheidend sind die jeweilige Altersgruppe, minimale Sonnenexposition als Annahme und die damalige Evidenzbasis. Den größeren Zusammenhang erläutert der Vitamin-D-Hauptartikel.

Quellen

  1. Institute of Medicine (2011). Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D. The National Academies Press. DOI: 10.17226/13050. PMID: 21796828.