Tolerierbare obere Aufnahmemenge für Vitamin C (L-Ascorbinsäure, ihre Calcium-, Kalium- und Natriumsalze sowie L-Ascorbyl-6-palmitat)
Die EFSA konnte 2004 mangels ausreichender Daten keinen oberen Zufuhrwert festlegen und beschreibt Grenzen hoher Vitamin-C-Dosen.
Welche Sicherheitsfrage bewertet wurde
Die Risikobewertung umfasst L-Ascorbinsäure, ihre Calcium-, Kalium- und Natriumsalze sowie L-Ascorbyl-6-palmitat. Grundlage waren kontrollierte Humanstudien sowie Stoffwechsel- und Pharmakokinetikdaten. Im Mittelpunkt standen hohe orale Zufuhrmengen aus Lebensmitteln und Supplementen, ihre Aufnahme und Ausscheidung, gastrointestinale Beschwerden sowie Oxalat- und Nierensteinfragen.
Bewertungsgrundlage und Population
Die EFSA betrachtete vor allem gesunde Erwachsene. Aussagen zu besonders empfindlichen Personen und zur langfristigen Einnahme hoher Dosen waren nur eingeschränkt möglich. Es handelt sich um eine institutionelle Risikobewertung des damaligen Wissensstands, nicht um eine persönliche Einnahmeempfehlung.
Aufnahme und Magen-Darm-Effekte
Die Auswertung beschreibt eine Sättigung der Vitamin-C-Aufnahme: Oberhalb von ungefähr 1 g pro Tag steigt die Aufnahme beziehungsweise Gewebekonzentration kaum weiter, während mehr Ascorbat ausgeschieden wird. Diese Schwelle ist ein Näherungswert aus Humanstudien.
Zusätzliche Supplementdosen bis ungefähr 1 g pro Tag neben der üblichen Ernährung waren in den ausgewerteten Humandaten im Allgemeinen nicht mit gastrointestinalen Beschwerden verbunden. Das ist jedoch kein formaler Sicherheitsgrenzwert. Bei etwa 3 bis 4 g pro Tag wurden akute Beschwerden wie Durchfall berichtet; die individuelle Schwelle kann variieren.
Obergrenze und Nierensteinfrage
Die EFSA hielt die Daten für unzureichend, um einen tolerierbaren oberen Zufuhrwert festzulegen. Gerade Langzeitdaten fehlten. Ein nicht festgelegter UL ist daher nicht mit nachgewiesener Unbedenklichkeit jeder Dosis gleichzusetzen.
Für Personen mit gewohnheitsmäßiger Zufuhr bis 1,5 g pro Tag sah die Behörde 2004 keinen Nachweis eines erhöhten Nierensteinrisikos. Gleichzeitig bewertete sie die Daten zur Oxalatbildung und zu besonders anfälligen Personen als begrenzt. Diese zeitgebundene Aussage muss von späteren Beobachtungsdaten und individuellen Nierenrisiken getrennt werden.
Grenzen und Einordnung
Die Bewertung fasst unterschiedlich angelegte Humanstudien zusammen. Langfristige Hochdosen, seltene Ereignisse und empfindliche Gruppen waren nicht ausreichend untersucht. Die genannten Mengen sind deshalb weder Einnahmeziele noch Garantie für individuelle Verträglichkeit.
Fazit
Die EFSA legte 2004 keinen Vitamin-C-UL fest, weil die Daten nicht ausreichten. Zugleich zeigt die Bewertung eine Sättigung oberhalb von etwa 1 g pro Tag und Magen-Darm-Beschwerden bei etwa 3 bis 4 g pro Tag. Das Fehlen einer formalen Obergrenze ist keine Freigabe für unbegrenzt hohe Dosen.