Gesamtzufuhr sowie Zufuhr von Vitamin C aus Lebensmitteln und Supplementen und das Risiko neu auftretender Nierensteine

In drei großen Kohorten war eine sehr hohe Vitamin-C-Gesamtzufuhr nur bei Männern mit einem höheren Risiko neu auftretender Nierensteine assoziiert.

Welche Kohorten untersucht wurden

Die prospektive Analyse umfasste 156.735 Frauen aus den Nurses’ Health Study I und II sowie 40.536 Männer aus der Health Professionals Follow-up Study. Die mediane Nachbeobachtung lag je nach Kohorte zwischen 11,3 und 11,7 Jahren.

Erfasst wurden die gesamte Vitamin-C-Zufuhr sowie getrennt die Zufuhr aus Lebensmitteln und aus Supplementen. Als Vergleich dienten die niedrigste Zufuhrkategorie beziehungsweise Personen ohne Supplemente. Der Endpunkt waren neu aufgetretene Nierensteine.

Auswertung der Zufuhr

Die Zufuhr wurde über Fragebögen erhoben und in einer multivariablen Kohortenanalyse ausgewertet. Dieses Vorgehen erlaubt eine lange Beobachtung großer Gruppen, ist aber von der Genauigkeit der Selbstauskünfte abhängig.

Die getrennte Betrachtung von Gesamt-, Lebensmittel- und Supplementzufuhr ist wichtig: Ein möglicher Zusammenhang bei hohen Gesamtmengen darf nicht automatisch auf Vitamin-C-haltige Lebensmittel übertragen werden.

Ergebnis bei Männern

Bei Männern war eine Gesamtzufuhr von mindestens 1.000 mg Vitamin C pro Tag gegenüber weniger als 90 mg pro Tag mit einem höheren Nierensteinrisiko verbunden. Die Hazard Ratio betrug 1,43; das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 1,15 bis 1,79.

Die Hazard Ratio beschreibt einen relativen Zusammenhang über die Beobachtungszeit. Da die Zufuhr nicht randomisiert wurde, belegt der Wert nicht, dass Vitamin C allein die Ursache der Nierensteine war.

Unterschied zwischen Frauen, Männern und Zufuhrquellen

Für Frauen fand die Studie keine statistisch signifikante Assoziation zwischen der Vitamin-C-Zufuhr und neu auftretenden Nierensteinen. Vitamin C aus Lebensmitteln war weder bei Männern noch bei Frauen mit Nierensteinen assoziiert.

Der beobachtete Geschlechtsunterschied ist ein Ergebnis dieser Kohorten. Er erklärt nicht automatisch einen biologischen Mechanismus und darf nicht als Garantie für eine einzelne Person gelesen werden.

Grenzen der Studie

Die Vitamin-C-Zufuhr beruhte auf Fragebögen und kann daher Messfehler enthalten. Nur wenige Teilnehmende erreichten sehr hohe Mengen allein über Lebensmittel, sodass die Aussage für diesen Bereich unsicherer ist. Zudem lagen keine vollständigen Informationen zur jeweiligen Steinart vor.

Trotz statistischer Anpassung sind verbleibende Störfaktoren möglich. Die Untersuchung zeigt deshalb Assoziationen, keine sichere Kausalität und keine individuelle Risikovorhersage.

Fazit

In den untersuchten Kohorten war eine Gesamtzufuhr ab 1.000 mg pro Tag bei Männern mit einem höheren Nierensteinrisiko verbunden; bei Frauen bestand kein signifikanter Zusammenhang. Vitamin C aus Lebensmitteln war in beiden Gruppen nicht assoziiert, wobei Beobachtungsdesign und Zufuhrerfassung die Aussage begrenzen.

Quellen

  1. Ferraro et al. (2016). Total, Dietary, and Supplemental Vitamin C Intake and Risk of Incident Kidney Stones. American Journal of Kidney Diseases. DOI: 10.1053/j.ajkd.2015.09.005. PMID: 26463139.