Ascorbinsäure-Supplemente und die Häufigkeit von Nierensteinen bei Männern: eine prospektive Studie

In dieser schwedischen Kohortenstudie war die Nutzung von Ascorbinsäure-Supplementen bei Männern mit mehr erstmals diagnostizierten Nierensteinen assoziiert.

Population und Beobachtungszeit

Die Analyse umfasste 23.355 schwedische Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren. Darunter waren 907 Personen, die ausschließlich Ascorbinsäure-Supplemente nutzten, sowie 22.448 Nichtnutzer von Vitamin-C-Supplementen.

Das Register-Follow-up lief vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2009 und damit ungefähr elf Jahre. Der untersuchte Endpunkt war ein erstmals diagnostizierter Nierenstein.

Wie die Exposition ausgewertet wurde

Die Studie war prospektiv und populationsbasiert. Sie verwendete eine altersbasierte Cox-Regression und berücksichtigte in der multivariablen Auswertung weitere Merkmale. Verglichen wurden Nutzer von Ascorbinsäure-Supplementen mit Männern ohne Vitamin-C-Supplemente.

In Schweden enthielten solche Tabletten typischerweise ungefähr ein Gramm Ascorbinsäure. Marke und exakte Dosis der jeweils verwendeten Produkte wurden jedoch nicht erfasst. Zusätzlich wurde die Häufigkeit der Tabletteneinnahme ausgewertet.

Gesamtergebnis

Während der Nachbeobachtung traten 436 erste Nierensteine auf. Ausschließliche Nutzer von Ascorbinsäure-Supplementen hatten gegenüber Nichtnutzern ein adjustiertes relatives Risiko von 1,92. Das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 1,33 bis 2,77.

Damit war das beobachtete Risiko in der Nutzergruppe statistisch höher. Das relative Risiko sagt jedoch nicht aus, wie viele zusätzliche Fälle bei jeder beliebigen Population auftreten würden, und beweist nicht, dass die Supplemente die Steine verursacht haben.

Muster nach Einnahmehäufigkeit

Bei weniger als sieben Tabletten pro Woche lag das relative Risiko bei 1,66; das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 0,99 bis 2,79. Bei mindestens sieben Tabletten pro Woche lag es bei 2,23, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,28 bis 3,88. Der Trend nach Einnahmehäufigkeit war mit einem p-Wert von 0,001 statistisch signifikant.

Das Häufigkeitsmuster stärkt die Beobachtung eines Zusammenhangs, ersetzt aber keine Randomisierung. Die tatsächliche Dosis pro Produkt blieb unbekannt.

Grenzen und Übertragbarkeit

Als Beobachtungsstudie kann die Analyse trotz multivariabler Adjustierung durch Restkonfundierung beeinflusst sein. Nutzer und Nichtnutzer könnten sich in weiteren, nicht vollständig erfassten Merkmalen unterschieden haben.

Die Untersuchung bezog ausschließlich Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren ein. Eine direkte Übertragung auf Frauen oder andere Altersgruppen ist deshalb nicht möglich. Auch die nur typischerweise angenommene Tablettenmenge begrenzt eine genaue Dosisinterpretation.

Fazit

Bei schwedischen Männern war die Verwendung von Ascorbinsäure-Supplementen über etwa elf Jahre mit mehr erstmals diagnostizierten Nierensteinen assoziiert; bei häufigerer Einnahme war der Zusammenhang stärker. Das prospektive Design macht das Signal relevant, erlaubt aber keinen sicheren Kausalnachweis.

Quellen

  1. Thomas et al. (2013). Ascorbic acid supplements and kidney stone incidence among men: a prospective study. JAMA Internal Medicine. DOI: 10.1001/jamainternmed.2013.2296. PMID: 23381591.