Vitamin E und C zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern: die randomisierte Physicians’ Health Study II

In der Physicians’ Health Study II senkte die geprüfte tägliche Vitamin-C-Menge schwere kardiovaskuläre Ereignisse bei männlichen US-Ärzten nicht.

Warum diese Studie relevant ist

Die Studie prüfte eine konkrete Präventionsfrage mit einem klinischen Endpunkt: Verändert eine langfristige Vitamin-C-Supplementierung die Häufigkeit schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Männern mittleren und höheren Alters? Damit unterscheidet sie sich von Beobachtungsstudien zu Ernährung oder Blutwerten und von kurzen Studien zu Surrogatmarkern.

Design und Bedingungen

Die Physicians’ Health Study II war randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert und faktoriell angelegt. Teilgenommen haben 14.641 US-amerikanische männliche Ärzte ab 50 Jahren; 754 von ihnen hatten bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Vitamin-C-Gruppe erhielt täglich fünfhundert Milligramm, die Vergleichsgruppe Placebo. Die mittlere Nachbeobachtung betrug 8,0 Jahre und erstreckte sich von 1997 bis 2007. Der kombinierte Endpunkt umfasste nichttödlichen Herzinfarkt, nichttödlichen Schlaganfall und kardiovaskulären Tod.

Ergebnisse

Vitamin C verringerte schwere kardiovaskuläre Ereignisse nicht. Die Hazard Ratio betrug 0,99. Das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 0,89 bis 1,11; der P-Wert lag bei 0,91. Schätzwert und Unsicherheitsbereich liegen damit eng um einen fehlenden Unterschied zwischen Vitamin C und Placebo.

Dieser Befund bezieht sich auf fünfhundert Milligramm täglich und den kombinierten klinischen Endpunkt der Studie. Er darf nicht mit einer Aussage über die physiologische Funktion von Vitamin C oder die Behandlung eines Mangels verwechselt werden.

Grenzen und Übertragbarkeit

Die lange randomisierte Nachbeobachtung und der klinische Endpunkt stärken die Aussage für den untersuchten Vergleich. Die Population bestand jedoch ausschließlich aus männlichen US-Ärzten, überwiegend ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf Frauen, andere Berufs- und Sozialgruppen, jüngere Menschen oder Personen mit abweichendem Ausgangsstatus übertragen.

Die Studie testete zudem ein bestimmtes tägliches Regime. Sie beantwortet keine individuelle Dosierungsfrage und belegt weder Nutzen noch Schaden anderer Mengen oder Anwendungszwecke.

Fazit

Fünfhundert Milligramm Vitamin C pro Tag verhinderten in dieser achtjährigen randomisierten Studie bei männlichen Ärzten keine schweren kardiovaskulären Ereignisse. Die Hazard Ratio von 0,99 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,89 bis 1,11 spricht gegen einen relevanten Effekt im untersuchten Rahmen.

Quellen

  1. Sesso et al. (2008). Vitamins E and C in the prevention of cardiovascular disease in men: the Physicians' Health Study II randomized controlled trial. JAMA. DOI: 10.1001/jama.2008.600. PMID: 18997197.