Randomisierte Studie zu Vitamin C, Vitamin E und Betacarotin in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Frauen
Die tägliche Einnahme von Vitamin C senkte den kombinierten kardiovaskulären Endpunkt bei Frauen mit hohem Risiko in dieser Langzeitstudie nicht.
Welche Frage geprüft wurde
Die Forschenden wollten wissen, ob Vitamin C, Vitamin E oder Betacarotin weitere kardiovaskuläre Ereignisse verhindern können. Untersucht wurden 8.171 weibliche Gesundheitsfachkräfte ab 40 Jahren, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten oder mindestens drei entsprechende Risikofaktoren aufwiesen.
Der primäre kombinierte Endpunkt umfasste Herzinfarkt, Schlaganfall, koronare Revaskularisation oder Tod durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Aufbau und Bedingungen der Studie
Die Untersuchung war als randomisierte 2×2×2-faktorielle Studie angelegt. Für den Vitamin-C-Vergleich erhielten die Teilnehmerinnen täglich fünfhundert Milligramm Ascorbinsäure oder Placebo. Vitamin E und Betacarotin bildeten weitere Faktoren desselben Versuchsaufbaus.
Die Behandlung begann 1995 beziehungsweise 1996; die Nachbeobachtung endete 2005. Im Mittel wurden die Frauen 9,4 Jahre lang beobachtet. Damit prüfte die Studie nicht nur kurzfristige Laborwerte, sondern klinische Ereignisse über einen langen Zeitraum.
Ergebnis für Vitamin C
Für Ascorbinsäure zeigte sich kein Gesamteffekt auf den kombinierten kardiovaskulären Endpunkt. Das relative Risiko lag bei 1,02. Das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 0,92 bis 1,13, der p-Wert betrug 0,71.
Der Schätzwert liegt damit sehr nahe bei 1, und das Konfidenzintervall schließt sowohl einen begrenzten Vorteil als auch einen begrenzten Nachteil ein. Die Daten belegen in dieser Population keinen präventiven Gesamtnutzen der täglichen Vitamin-C-Gabe für den zusammengesetzten Endpunkt.
Grenzen und Übertragbarkeit
Die Teilnehmerinnen waren keine allgemeine Bevölkerungsstichprobe, sondern Frauen mit hohem kardiovaskulärem Risiko. Ergebnisse für Männer, jüngere gesunde Menschen oder Personen ohne entsprechende Vorbelastung lassen sich daraus nicht direkt ableiten.
Zudem war Vitamin C Teil eines faktoriellen Designs mit Vitamin E und Betacarotin. Der Aufbau erlaubt zwar getrennte Vergleiche, verlangt bei der Interpretation aber Aufmerksamkeit für die weiteren randomisierten Faktoren. Die Studie beantwortet außerdem nicht jede denkbare Frage zu Ernährung oder Vitamin-C-Status, sondern den klar definierten Vergleich von täglich fünfhundert Milligramm Ascorbinsäure mit Placebo unter diesen Bedingungen.
Fazit
Bei 8.171 Frauen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung oder mehreren Risikofaktoren senkte die tägliche Gabe von fünfhundert Milligramm Ascorbinsäure über durchschnittlich 9,4 Jahre den kombinierten kardiovaskulären Endpunkt nicht nachweisbar. Daraus folgt weder ein allgemeiner Nutzen noch eine Aussage für Populationen außerhalb dieses Studienrahmens.