Maximale Dosis-Wirkungs-Beziehung von Vitamin K2 (Menachinon-4) auf untercarboxyliertes Osteocalcin bei Frauen mit Osteoporose

Giri und Kollegen untersuchten steigende MK-4-Mengen bei Frauen mit Osteoporose. Ein Osteocalcin-Blutmarker veränderte sich; eine Frakturreduktion wurde nicht belegt.

Fragestellung und untersuchte Frauen

Die Studie prüfte, wie der Anteil untercarboxylierten Osteocalcins, abgekürzt ucOC, auf steigende Mengen von Vitamin K2 in Form von Menachinon-4 reagiert. Die Publikation erschien 2020 im Fachjournal, nach elektronischer Vorabveröffentlichung 2019. Diese Zusammenfassung beruht auf dem Originalabstract.

An der offenen, prospektiven Kohortenstudie nahmen 29 Frauen nach der Menopause mit Hüft- oder Wirbelkörperkompressionsfrakturen teil. Sie wurden über neun Wochen beobachtet. Die Mengen wurden innerhalb derselben Gruppe nacheinander erhöht; im Abstract ist keine randomisierte parallele Vergleichsgruppe beschrieben.

Ablauf der Untersuchung

Das Protokoll umfasste drei aufeinanderfolgende Stufen von jeweils drei Wochen. Zunächst wurde eine MK-4-Menge von 0,5 mg eingesetzt; für diese niedrigste Stufe nennt der Abstract den Tagesbezug nicht ausdrücklich separat. Anschließend folgten 5 mg pro Tag und schließlich 45 mg pro Tag. Diese Angaben beschreiben ausschließlich den Versuch und sind keine Einnahmeempfehlung.

Ergebnisse beim Osteocalcin

Der Anteil untercarboxylierten Osteocalcins sank zunächst unter der niedrigen und nochmals unter der mittleren Stufe. Die Erhöhung von 5 auf 45 mg pro Tag brachte beim untersuchten Marker keinen statistisch signifikanten zusätzlichen Vorteil. Ein Anstieg des γ-carboxylierten Osteocalcins wurde als grenzwertig beschrieben; der berichtete p-Wert betrug 0,07 und lieferte keinen statistisch signifikanten Nachweis nach üblicher Schwelle.

Die Befunde betreffen somit Laborwerte. Eine Verringerung neuer Knochenbrüche wird im Abstract nicht als Ergebnis berichtet. Die bereits vorliegenden Frakturen beschreiben die Teilnehmerinnen, nicht einen nachgewiesenen Behandlungseffekt.

Grenzen und Sicherheit

Die kleine Gruppe, der kurze Zeitraum und die offene Abfolge der Mengen begrenzen die Aussagekraft. Ohne randomisierte parallele Vergleichsgruppe lässt sich aus der beobachteten Markeränderung keine allgemeine optimale Einnahmemenge ableiten. Die Zusammenfassung erlaubt außerdem keine Bewertung zusätzlicher Details, die nur im Volltext stehen könnten.

Laut Abstract traten keine wesentlichen Nebenwirkungen auf. Diese Angabe ist weder ein Nachweis langfristiger Sicherheit noch eine ausdrücklich beschriebene systematische Erfassung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse.

Fazit

Die Studie von Giri und Kollegen beschreibt eine Veränderung des ucOC-Markers während einer stufenweisen MK-4-Gabe. Die höchste untersuchte Menge zeigte gegenüber der mittleren keinen zusätzlichen statistisch gesicherten Vorteil. Ein Schutz vor Frakturen oder eine persönliche Dosierung lässt sich daraus nicht ableiten.

Quellen

  1. Giri et al. (2020). Maximal dose-response of vitamin-K2 (menaquinone-4) on undercarboxylated osteocalcin in women with osteoporosis. International Journal for Vitamin and Nutrition Research. DOI: 10.1024/0300-9831/a000554. PMID: 30816822.