Präeklampsie

Das WHO-Faktenblatt von 2025 erklärt Präeklampsie und Vorsorge. Calcium nennt es für Schwangere in Versorgungssituationen mit niedriger Calciumzufuhr aus Lebensmitteln.

Warum die WHO über Präeklampsie informiert

Präeklampsie ist eine Bluthochdruckerkrankung, die meist nach der 20. Schwangerschaftswoche entsteht. Das WHO-Faktenblatt erklärt Risiken, mögliche Folgen und die Bedeutung medizinischer Vorsorge.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO betrifft Präeklampsie weltweit drei bis acht Prozent der Frauen, die ein Kind gebären. Die Erkrankung kann in eine Eklampsie übergehen: Dabei treten Krampfanfälle auf. Beide Zustände können lebensbedrohlich sein.

Das Faktenblatt ordnet die Belastung außerdem in die größere Gruppe der Bluthochdruckerkrankungen während der Schwangerschaft ein. Diese sind laut WHO für ungefähr 16 Prozent der weltweiten mütterlichen Todesfälle verantwortlich. Für 2023 nennt die Quelle ungefähr 42.000 solcher Todesfälle. Diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Erkrankungsgruppe und nicht allein auf Präeklampsie.

Welche Art von Quelle ist das?

Das Faktenblatt „Pre-eclampsia“ der WHO trägt das Datum 10. Dezember 2025. Es fasst epidemiologische Literatur und die Leitlinienarbeit der Organisation zusammen. Es ist keine neue klinische Studie mit einer eigenen Versuchsgruppe. Sein Thema ist die Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Kindern; Calcium ist darin ein Teilaspekt der Vorbeugung.

Die WHO beschreibt auch ihre eigene Arbeit: Sie entwickelt Leitlinien zu Präeklampsie und Eklampsie und prüft, ob neue Erkenntnisse Änderungen erfordern. Hinzu kommen die Schulung von Gesundheitsfachkräften und die Stärkung von Gesundheitssystemen. Ziel ist eine rechtzeitige Versorgung und die Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten rund um Schwangerschaft und Geburt.

Risiken, Anzeichen und mögliche Folgen

Als Risikofaktoren nennt die WHO eine erste Schwangerschaft, Mehrlinge und Adipositas, also starkes Übergewicht. Auch bereits bestehender Bluthochdruck, Diabetes, Nierenerkrankungen und Präeklampsie in der Familie gehören dazu. Ein solcher Faktor bedeutet jedoch nicht, dass eine Frau zwangsläufig erkrankt. Die WHO beschreibt für diese Situationen eine engere medizinische Überwachung zusätzlich zur regulären Vorsorge.

Mögliche Anzeichen sind anhaltend hoher Blutdruck, Eiweiß im Urin, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schmerzen im Oberbauch. Auch geschwollene Hände oder ein geschwollenes Gesicht sowie Übelkeit und Erbrechen nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel werden genannt. Manche Betroffene haben keine Beschwerden. Symptome allein sichern daher keine Diagnose; bei Sorgen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt verweist die WHO auf medizinische Abklärung.

Im Abschnitt zur Diagnose beschreibt die Quelle neu auftretenden Bluthochdruck und Eiweiß im Urin nach der 20. Schwangerschaftswoche. Genannt werden Blutdruckwerte ab 140/90 mm Hg und mindestens 0,3 g Eiweiß im Urin innerhalb von 24 Stunden. Das sind Angaben zum ärztlichen Untersuchungskontext, keine Regel zur Selbstdiagnose.

Unbehandelte Präeklampsie kann schwere Folgen haben. Die WHO nennt Schäden an Nieren, Leber oder Gehirn, eine Ablösung der Plazenta, Frühgeburt und eingeschränktes Wachstum des ungeborenen Kindes. Möglich sind auch der Tod der Mutter oder des ungeborenen Kindes. Hinzu kommt das HELLP-Syndrom: Dabei zerfallen rote Blutkörperchen, Leberenzymwerte steigen und die Zahl der Blutplättchen sinkt.

Welche Rolle spielt Calcium bei der Vorbeugung?

Die WHO betont, dass es keine garantierte Vorbeugung gibt. Frühe und regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge soll helfen, Risiken zu erkennen und medizinisch zu versorgen. Dazu zählen Blutdruckmessungen, die Untersuchung des Urins auf Eiweiß und die Beobachtung von Beschwerden wie Kopfweh oder Sehstörungen.

Calciumpräparate nennt die Quelle für Schwangere in Regionen oder Versorgungssituationen mit niedriger Calciumzufuhr aus Lebensmitteln. Diese Bedingung gehört zur Aussage. Sie ist keine pauschale Empfehlung für alle Schwangeren. Das Faktenblatt nennt dafür keine konkrete Calciummenge.

Daneben beschreibt die WHO niedrig dosiertes Aspirin für Frauen mit hohem Präeklampsierisiko. Als Zeitpunkt nennt sie einen Beginn bis zur 20. Schwangerschaftswoche oder bei Beginn der Schwangerschaftsvorsorge. Eine konkrete Dosis oder die Entscheidung für eine einzelne Person ergibt sich daraus nicht. Weitere genannte Aspekte sind ein gesundes Gewicht, körperliche Aktivität, soweit medizinisch erlaubt, sowie die Versorgung vorbestehender Erkrankungen. Dazu gehört die Behandlung bereits bestehenden Bluthochdrucks mit blutdrucksenkenden Medikamenten.

Was sagt die Quelle über die medizinische Versorgung?

Die Versorgung richtet sich laut WHO nach der Schwere der Erkrankung und dem Schwangerschaftsalter. Beschrieben werden Blutdruckmedikamente und eine enge Überwachung von Mutter und Kind. Bei erwarteter Frühgeburt nennt das Faktenblatt Kortikosteroide zur Unterstützung der Lungenreifung des Kindes.

Zur Vorbeugung von Krampfanfällen bei bereits bestehender Präeklampsie nennt die WHO Magnesiumsulfat als Injektion. Es kann dem Faktenblatt zufolge das Eklampsierisiko relativ um mehr als die Hälfte senken. Eine absolute Risikozahl nennt diese Aussage nicht. Sie beschreibt eine medizinische Maßnahme und keine Wirkung von Calcium oder eine Selbstbehandlung mit einem Nahrungsergänzungsmittel.

Grenzen und Einordnung

Das Faktenblatt liefert einen Überblick über eine ernste Schwangerschaftserkrankung. Es erklärt keine persönliche Auswahl oder Dosierung von Calciumpräparaten. Angaben zu Calciumformen, deren Aufnahme im Körper, konkreten Lebensmittelquellen, Mangelmarkern oder Obergrenzen fehlen. Aus diesen Leerstellen lässt sich weder eine Wirkung noch eine Unbedenklichkeit ableiten.

Wer Calcium als Nährstoff einordnen möchte, findet den breiteren Zusammenhang im Überblick zu Calcium. Die hier wiedergegebenen Aussagen bleiben auf das WHO-Faktenblatt und seinen Schwangerschaftskontext begrenzt.

Fazit

Die WHO stellt frühe Erkennung und medizinische Versorgung in den Mittelpunkt. Calcium erwähnt sie unter der ausdrücklichen Bedingung einer niedrigen Zufuhr aus Lebensmitteln. Das Faktenblatt begründet damit keine allgemeine Einnahmeanweisung und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung.

Quellen

  1. World Health Organization (2025). Pre-eclampsia. World Health Organization.