Calcium und Magnesium im Trinkwasser: Bedeutung für die öffentliche Gesundheit

Der WHO-Bericht bewertet den Beitrag mineralreichen Trinkwassers zur Magnesiumzufuhr und die Grenzen beobachteter Herz-Kreislauf-Zusammenhänge.

Entstehungsgrundlage des Berichts

Die Veröffentlichung beruht auf einem WHO-Expertentreffen und einem Übersichtsbericht zur Bedeutung von Calcium und Magnesium im Trinkwasser. Sie führt Erkenntnisse zur Mineralstoffzufuhr mit Beobachtungsdaten zu möglichen gesundheitlichen Zusammenhängen zusammen.

Das ist keine einzelne Interventionsstudie. Der Bericht bewertet unterschiedliche Populationen und verschiedene Studiendesigns, darunter ökologische Untersuchungen, Fall-Kontroll-Studien und Kohortenstudien. Entsprechend müssen die Aussagen nach Art der zugrunde liegenden Daten getrennt werden.

Beitrag des Trinkwassers zur Zufuhr

Mineralreiches Wasser kann für einzelne Populationen oder Untergruppen eine substanzielle Quelle von Calcium und Magnesium sein. Ein universeller Zahlenwert ist daraus nicht ableitbar. Die Konzentrationen im Wasser und die konsumierten Mengen variieren, und Aufbereitungsverfahren können den Mineralstoffgehalt verändern.

Der Bericht ergänzt damit die Betrachtung von Nahrungsquellen: Trinkwasser kann relevant sein, seine Bedeutung ist aber lokal und individuell unterschiedlich. Die breitere Einordnung der Magnesiumzufuhr findet sich im Überblick zu Magnesium.

Was die Beobachtungsdaten zu Herz-Kreislauf-Endpunkten zeigen

Einige Beobachtungsstudien fanden eine inverse Beziehung zwischen dem Magnesiumgehalt des Trinkwassers und kardiovaskulärer Mortalität: Höhere Magnesiumgehalte gingen dort mit geringerer Sterblichkeit einher. Für akuten Myokardinfarkt zeigte sich dagegen keine klare Assoziation.

Diese Befunde beweisen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Vor allem ökologische Studien vergleichen Daten auf Gruppen- oder Gebietsebene und können viele andere Einflussfaktoren nicht sicher ausschließen. Auch die zusätzlichen Fall-Kontroll- und Kohortendaten ändern nichts daran, dass aus dem Bericht keine gesicherte präventive Wirkung mineralreichen Wassers abgeleitet werden kann.

Grenzen und Übertragbarkeit

Die große Spannweite der Wasserzusammensetzung verhindert eine pauschale Aussage zum Versorgungsbeitrag. Gleichzeitig begrenzen überwiegend beobachtende Designs die Aussage zu gesundheitlichen Endpunkten. Ergebnisse aus einer Region lassen sich nicht ohne Kenntnis der lokalen Wasserqualität, Konsummenge und Bevölkerungsmerkmale auf andere Regionen übertragen.

Fazit

Nach dem WHO-Bericht kann Trinkwasser zur Magnesium- und Calciumzufuhr beitragen, teilweise sogar deutlich. Die Größenordnung ist jedoch nicht universell. Beobachtete Zusammenhänge mit kardiovaskulärer Mortalität sind interessant, aber kein Kausalitätsnachweis und keine Grundlage für ein Präventionsversprechen.

Quellen

  1. World Health Organization (2009). Calcium and magnesium in drinking-water: Public health significance. WHO Meeting Report.