Nordische Ernährungsempfehlungen 2023: Magnesium
NNR2023 nennt 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer, gestützt auf beobachtete Zufuhrmengen statt auf Bilanzstudien.
Warum sich die Referenzlogik änderte
NNR2023 übernahm den Ansatz der EFSA. Für Magnesium fehlten sowohl ein geeigneter funktioneller Biomarker als auch eine belastbare Grundlage, aus der sich ein durchschnittlicher Bedarf präzise bestimmen ließe. Deshalb wurden angemessene Zufuhrwerte, sogenannte Adequate Intakes, aus beobachteten Zufuhrmengen abgeleitet.
Gegenüber NNR2012 wechselte das System damit von Recommended Intakes, die auf Bilanzstudien gestützt waren, zu Adequate Intakes. Für Frauen stieg der Vergleichswert dabei von 280 auf 300 mg pro Tag; für Männer blieb die Zahl bei 350 mg. Die ähnliche Größenordnung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die methodische Bedeutung der Werte verändert wurde.
Die Werte für Erwachsene
Für Frauen nennt NNR2023 einen Adequate Intake von 300 mg Magnesium pro Tag und einen provisorischen Average Requirement von 240 mg pro Tag. Für Männer beträgt der Adequate Intake 350 mg und der provisorische Average Requirement 280 mg pro Tag.
Diese Werte beschreiben Referenzgruppen der nordischen und baltischen Bevölkerung. Sie sind keine präzise gemessenen individuellen Bedarfe und keine persönliche Dosierungsanweisung. Unterschiede zu anderen Referenzsystemen werden auf der Übersichtsseite zu Magnesium weiter eingeordnet.
Warum Blutwerte nur begrenzt helfen
NNR2023 identifizierte keinen geeigneten funktionellen Biomarker für den Magnesiumstatus. Plasma- oder Serumwerte können schwere Mangelzustände anzeigen, sind aber nicht geeignet, eine optimale Zufuhr präzise abzuleiten. Ein unauffälliger Laborwert beantwortet daher nicht automatisch alle Fragen zum gesamten Magnesiumstatus.
Der Upper Intake Level hat einen engen Geltungsbereich
Die Empfehlungen nennen einen Upper Intake Level von 250 mg Magnesium pro Tag für leicht dissoziierbare Magnesiumsalze und Magnesiumoxid aus Supplementen, Wasser oder angereicherten Lebensmitteln. Natürlich in Lebensmitteln und Getränken vorkommendes Magnesium ist davon ausgenommen. Als kritischer Effekt steht milder Durchfall im Mittelpunkt.
Dieser Grenzwert ist nicht mit dem Adequate Intake austauschbar: Der eine beschreibt eine angemessene Gesamtzufuhr für Referenzgruppen, der andere begrenzt bestimmte zusätzliche Magnesiumquellen im Hinblick auf unerwünschte Wirkungen.
Fazit
NNR2023 verbindet 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer mit einer neuen Ableitungslogik aus beobachteten Zufuhrmengen. Die Quelle macht außerdem deutlich, dass Statusmarker begrenzt sind und der UL von 250 mg nur bestimmte Supplement-, Wasser- und Anreicherungsquellen betrifft.