Ramprasath-Studie: Krillöl, Fischöl und Omega-3-Index im Vier-Wochen-Vergleich

Die Ramprasath-Studie war randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert und als Crossover-Studie angelegt. 24 gesunde Erwachsene nahmen teil; 12 Männer und 12 Frauen.

Kurzprofil

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QuelleRamprasath et al. (2013). Enhanced increase of omega-3 index in healthy individuals with response to 4-week n-3 fatty acid supplementation from krill oil versus fish oil.
Quellenartrandomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Crossover-Studie
WirkstoffKrillöl als marine Omega-3-Quelle im Vergleich mit Fischöl und Maisöl-Kontrolle
Land/KontextKanada; University of Manitoba / Richardson Centre for Functional Foods and Nutraceuticals
Datenbasis24 gesunde Erwachsene; alle Teilnehmenden schlossen alle drei Studienphasen ab
Populationgesunde Männer und prämenopausale, nicht schwangere und nicht stillende Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren
Zentrale EndpunkteFettsäureprofile in Plasma und roten Blutkörperchen, Omega-3-Index, Serumlipide, Verträglichkeit und Sicherheitsparameter
Originalquellehttps://doi.org/10.1186/1476-511X-12-178
PubMed / PMID / PMCIDhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24304605/; PMID: 24304605; PMCID: PMC4235028
DOI10.1186/1476-511X-12-178
VolltextstatusOpen Access über Springer/BMC; PMC-Locator vorhanden

Die Studie prüfte, ob Krillöl die EPA- und DHA-Werte in Plasma und roten Blutkörperchen anders verändert als Fischöl, wenn beide Öle über vier Wochen dieselbe Gesamtmenge an n-3-Fettsäuren liefern. Der wichtigste Marker war der Omega-3-Index: die Summe aus EPA und DHA in roten Blutkörperchen. Dieser Marker beschreibt in der Studie den Fettsäurestatus im Blut. Er ist kein DGE-Referenzwert, keine Krillöl-Bedarfsempfehlung und keine Mangeldefinition.

Fragestellung

Krillöl enthält langkettige Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA häufig in einer phospholipidreichen Matrix. Fischöl enthält EPA und DHA vor allem in Triglyceridform. Vor der Ramprasath-Studie war unklar, ob diese strukturellen Unterschiede bei gesunden Erwachsenen über mehrere Wochen zu messbar unterschiedlichen Blutwerten führen.

Die Forschungsfrage war deshalb eng: Verändert Krillöl bei gleicher Gesamtmenge an n-3-Fettsäuren die Fettsäureprofile in Plasma und roten Blutkörperchen stärker als Fischöl oder Maisöl? Zusätzlich prüfte die Studie Serumlipide und einfache Sicherheits- und Verträglichkeitsparameter. Klinische Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Mortalität oder langfristige Krankheitsrisiken waren nicht Gegenstand der Untersuchung.

Studiendesign und Methoden

Die Studie war randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert und als Crossover-Studie angelegt. Jede Person durchlief drei Behandlungsphasen: Krillöl, Fischöl und Maisöl als Kontrolle. Jede Phase dauerte vier Wochen. Zwischen den Phasen lagen jeweils acht Wochen Washout, damit sich die gemessenen Fettsäurewerte wieder dem Ausgangsniveau annähern konnten.

Während jeder Phase nahmen die Teilnehmenden sechs Kapseln pro Tag ein, jeweils drei morgens und drei abends zu den Mahlzeiten. Das entsprach 3 g Öl pro Tag. Krillöl und Fischöl lieferten jeweils 600 mg n-3-PUFA pro Tag. Nur die Krillölphase lieferte zusätzlich 1.800 µg Astaxanthin pro Tag. Diese Mengen beschreiben ausschließlich das Studienprotokoll und sind keine Einnahmeempfehlung.

Die Blutproben wurden nach 12 Stunden Fasten zu Beginn und am Ende jeder Phase entnommen. Die Forschenden bestimmten Fettsäuren in Plasma und roten Blutkörperchen, Serumlipide, Blutbildparameter, Vitalzeichen, anthropometrische Werte, Verträglichkeit und berichtete unerwünschte Ereignisse. Die Fettsäureanalysen erfolgten gaschromatographisch. Die statistischen Vergleiche nutzten nichtparametrische Tests; p-Werte unter 0,05 galten als signifikant.

Untersuchte Personen oder Datenbasis

Von 34 gescreenten Personen wurden 24 gesunde Freiwillige eingeschlossen. Die Gruppe bestand aus 12 Männern und 12 Frauen. Das mittlere Alter lag bei 28,2 Jahren mit einer Standardabweichung von 5,4 Jahren. Der mittlere BMI betrug 23,8 kg/m² mit einer Standardabweichung von 3,0 kg/m². Alle 24 Teilnehmenden schlossen die Studie ab.

Eingeschlossen wurden Nichtraucherinnen und Nichtraucher mit normalen beziehungsweise nicht deutlich erhöhten Lipidwerten. Ausgeschlossen waren unter anderem Personen mit chronischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes, Leber-, Gallen- oder Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Blutungsstörungen, Fisch- oder Meeresfrüchteallergie, aktueller n-3-Supplementnutzung oder mehr als einer Fischportion pro Monat vor Studienbeginn.

Die Population war damit bewusst gesund und relativ jung. Die Studie beantwortet keine Frage zu Menschen mit erhöhten Triglyceriden, diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Schalentierallergie, Blutungsrisiko oder Antikoagulation.

Intervention, Exposition und Vergleich

Die aktive Krillölphase wurde mit einer Fischölphase und einer Maisölkontrolle verglichen. Krillöl und Fischöl lieferten pro Tag dieselbe Gesamtmenge an n-3-PUFA, nämlich 600 mg. Die Ölmenge war mit 3 g pro Tag ebenfalls gleich. Dadurch war der Vergleich besser geeignet, Unterschiede zwischen den Ölmatrices zu prüfen, als ein Vergleich mit stark unterschiedlichen n-3-Mengen.

Gleichzeitig waren die Öle nicht vollständig identisch zusammengesetzt. Das Fischöl enthielt mehr n-6-Fettsäuren als das Krillöl. Außerdem enthielt nur das Krillöl zusätzlich Astaxanthin. Diese Unterschiede sind wichtig, weil sie einzelne Ergebnisse, besonders das n-6:n-3-Verhältnis, mitbeeinflussen können.

Der wichtigste Marker war der Omega-3-Index. In dieser Studie bedeutete das: EPA plus DHA in roten Blutkörperchen, ausgedrückt als Anteil der gesamten Fettsäuren. Rote Blutkörperchen verändern sich langsamer als Plasmawerte und können deshalb einen längerfristigeren Fettsäurestatus widerspiegeln. Der Marker bleibt aber ein Forschungs- und Statusmarker; er ist kein offizieller Krillöl-Referenzwert.

Ergebnisse

Krillöl und Fischöl erhöhten im Vergleich zur Maisölkontrolle die n-3-Fettsäuren im Plasma und in roten Blutkörperchen. Krillöl zeigte in mehreren Blutmarkern stärkere Veränderungen als Fischöl. Im Plasma waren EPA, Gesamt-n-3-PUFA sowie EPA plus DHA unter Krillöl höher als unter Fischöl. Für EPA lag der p-Wert bei 0,0043, für Gesamt-n-3-PUFA ebenfalls bei 0,0043 und für EPA plus DHA bei 0,0011.

Auch in den roten Blutkörperchen war EPA unter Krillöl höher als unter Fischöl (p=0,0011). DHA stieg unter Krillöl gegenüber der Kontrolle signifikant an (p=0,0011), während Fischöl gegenüber der Kontrolle keinen signifikanten DHA-Anstieg in roten Blutkörperchen zeigte. Der Omega-3-Index stieg nach Krillöl stärker als nach Fischöl (p=0,0143) und stärker als nach Kontrolle (p<0,0001).

Die Veränderung des Omega-3-Index war nach Krillöl etwa doppelt so groß wie nach Fischöl: 1,04 Prozentpunkte unter Krillöl gegenüber 0,47 Prozentpunkten unter Fischöl. Dieser Befund spricht in dieser kleinen, gesunden Studiengruppe für eine stärkere Einlagerung oder Verfügbarkeit von EPA und DHA aus dem verwendeten Krillölprotokoll im Vergleich zum verwendeten Fischölprotokoll.

Das n-6:n-3-Verhältnis sank unter beiden marinen Ölen gegenüber Kontrolle. Unter Krillöl war die Abnahme stärker als unter Fischöl. Dieser Befund muss vorsichtig gelesen werden, weil die n-6-Fettsäurezusammensetzung der beiden Studienöle unterschiedlich war und die Hintergrundernährung im freien Alltag nicht vollständig kontrolliert wurde.

Bei den Serumlipiden zeigte sich kein Rückgang der Triglyceride und keine Veränderung von HDL-Cholesterin. Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin stiegen nach Krillöl und Fischöl im Vergleich zur Kontrolle signifikant an. Zwischen Krillöl und Fischöl zeigten sich für Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL kein signifikanter Unterschied.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Studie berichtete keine behandlungsbezogenen schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Blutbildparameter, Vitalzeichen, Körpermaße und ärztliche Untersuchungen zeigten keine relevanten Veränderungen zwischen den Phasen. Ereignisse wie eine Hautinfektion, eine allergische Reaktion und eine Appendektomie traten während Washout-Phasen auf und wurden nicht als behandlungsbezogen bewertet.

Bei der Verträglichkeit fielen vor allem Aufstoßen und Nachgeschmack auf. Vier Personen berichteten mildes und drei Personen moderates Aufstoßen nach Krillöl. Nach Fischöl oder Kontrolle berichteten jeweils zwei Personen Aufstoßen. Sieben Personen berichteten Nachgeschmack nach Krillöl, drei nach Fischöl und keine nach Kontrolle. Zwei Personen berichteten milden Schluckauf während der Fischölphase; unter Krillöl oder Kontrolle wurde kein Schluckauf berichtet.

Diese Sicherheitsdaten gelten nur für 24 gesunde Erwachsene, vier Wochen pro Phase und die verwendeten Studienöle. Sie beantworten keine Langzeitsicherheitsfrage und keine Sicherheitsfrage für Risikogruppen, hohe EPA-/DHA-Mengen, Schalentierallergie, Blutungsneigung oder Arzneimittelinteraktionen.

Grenzen der Aussagekraft

Die Crossover-Anlage, die Verblindung, die randomisierte Reihenfolge, die achtwöchigen Washout-Phasen und die gleiche n-3-PUFA-Menge in Krillöl- und Fischölphase stärken den Vergleich. Alle Teilnehmenden schlossen die Studie ab, und die berichtete Kapsel-Compliance lag in allen Phasen bei etwa 96 %.

Die Aussagekraft bleibt dennoch begrenzt. Die Studie war klein, umfasste nur 24 gesunde Erwachsene und dauerte pro Phase nur vier Wochen. Sie prüfte Blutmarker, keine klinischen Ereignisse. Deshalb kann aus den Ergebnissen nicht abgeleitet werden, dass Krillöl Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert oder klinische Endpunkte verbessert.

Weitere Grenzen betreffen die Zusammensetzung der Studienöle und das freie Alltagssetting. Fischöl enthielt deutlich mehr n-6-Fettsäuren als Krillöl, und nur Krillöl enthielt Astaxanthin. Die Hintergrundernährung wurde nicht als Vollverpflegung kontrolliert. Außerdem waren zwei Autoren Beschäftigte des Krillöl-Lieferanten Enzymotec; zwei andere Autoren erklärten keinen Interessenkonflikt.

Der Omega-3-Index ist in dieser Studie ein Messwert für EPA und DHA in roten Blutkörperchen. Er darf nicht als DGE-Referenzwert, Krillöl-Bedarf, Krillöl-Mangelstatus oder Zielwert für individuelle Supplementierung gelesen werden.

Was die Studie zeigt

Die Studie zeigt, dass das verwendete Krillölprotokoll über vier Wochen bei gesunden Erwachsenen mehrere n-3-Fettsäuremarker stärker erhöhte als das verwendete Fischölprotokoll, obwohl beide dieselbe Gesamtmenge an n-3-PUFA lieferten.

Sie zeigt besonders einen stärkeren Anstieg des Omega-3-Index unter Krillöl als unter Fischöl und Kontrolle. Außerdem zeigt sie, dass Triglyceride und HDL-Cholesterin in dieser normolipidämischen, gesunden Gruppe nicht sanken, während Gesamt- und LDL-Cholesterin nach beiden marinen Ölen gegenüber Kontrolle anstiegen.

Für die Verträglichkeit zeigte die Studie keine behandlungsbezogenen schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, aber häufiger Aufstoßen und Nachgeschmack unter Krillöl.

Was die Studie nicht zeigt

Die Studie zeigt keine persönliche Einnahmeempfehlung, keinen DGE-Referenzwert, keinen Krillöl-Bedarf und keine Krillöl-Mangeldefinition. Die geprüften Mengen sind Studienmengen.

Sie zeigt keinen klinischen Herz-Kreislauf-Nutzen, keine Senkung von Herzinfarkt-, Schlaganfall- oder Sterberisiko und keine Aussage zu Personen mit Erkrankungen oder erhöhtem Risiko. Sie zeigt auch keinen pauschalen Vorteil aller Krillölprodukte gegenüber allen Fischöl-, Algenöl- oder EPA-/DHA-Produkten.

Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf Schwangere, Stillende, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Schalentierallergie, Blutungsrisiko, Antikoagulation, hohen Triglyceridwerten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen übertragen.

Fazit

Ramprasath et al. liefern eine kleine, methodisch kontrollierte Humanstudie zum Statusmarker Omega-3-Index. In 24 gesunden Erwachsenen stieg der Omega-3-Index nach vier Wochen Krillöl stärker als nach Fischöl oder Maisölkontrolle. Der Befund spricht für eine günstige Veränderung von EPA- und DHA-Blutmarkern im untersuchten Studiensetting. Er ersetzt aber keine klinische Nutzenbewertung, keinen Referenzwert und keine Einnahmeempfehlung.

Kompakte Faktenzusammenfassung

  • Die Studie war randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert und als Crossover-Studie angelegt.
  • 24 gesunde Erwachsene nahmen teil; 12 Männer und 12 Frauen.
  • Das mittlere Alter betrug 28,2 Jahre; der mittlere BMI lag bei 23,8 kg/m².
  • Alle Teilnehmenden durchliefen Krillöl, Fischöl und Maisölkontrolle.
  • Jede Studienphase dauerte vier Wochen, getrennt durch acht Wochen Washout.
  • Krillöl und Fischöl lieferten jeweils 3 g Öl pro Tag und 600 mg n-3-PUFA pro Tag.
  • Nur das Krillöl lieferte zusätzlich 1.800 µg Astaxanthin pro Tag.
  • Der Omega-3-Index wurde als Summe aus EPA und DHA in roten Blutkörperchen gemessen.
  • Krillöl erhöhte Plasma-EPA, Plasma-Gesamt-n-3-PUFA und Plasma-EPA plus DHA stärker als Fischöl.
  • Krillöl erhöhte RBC-EPA stärker als Fischöl.
  • Der Omega-3-Index stieg nach Krillöl stärker als nach Fischöl und Kontrolle.
  • Die Veränderung des Omega-3-Index betrug 1,04 Prozentpunkte unter Krillöl und 0,47 Prozentpunkte unter Fischöl.
  • Triglyceride und HDL-Cholesterin veränderten sich nicht signifikant.
  • Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin stiegen nach Krillöl und Fischöl gegenüber Kontrolle signifikant an.
  • Es wurden keine behandlungsbezogenen schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet.
  • Aufstoßen und Nachgeschmack wurden unter Krillöl häufiger berichtet als unter Fischöl oder Kontrolle.
  • Die Studie untersuchte Blutmarker, keine klinischen Herz-Kreislauf-Ereignisse.
  • Der Omega-3-Index ist hier ein Forschungs- und Statusmarker, kein DGE-Referenzwert und keine Mangeldefinition.
  • Die Studienmengen sind keine Einnahmeempfehlung.

Quellen

  1. Originalquelle
  2. PubMed
  3. Volltext
  4. Springer/BMC full text for DOI 10.1186/1476-511X-12-178.