Höchstmengenvorschläge für Kalium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
Das BfR schlägt für Menschen ab 15 Jahren 500 mg Kalium pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels als vorsorgliche Höchstmenge vor.
Warum die Risikobewertung verschiedene Kaliumquellen trennt
Die Stellungnahme bewertet Kalium aus üblicher Nahrung, Nahrungsergänzungsmitteln, angereicherten Lebensmitteln, technologischen Zusätzen und Kaliumchlorid als Kochsalzersatz getrennt. Diese Wege liefern unterschiedliche Zusatzmengen und betreffen unterschiedliche Risikosituationen. Deshalb lässt sich eine Einschätzung zur normalen Ernährung nicht ohne Weiteres auf konzentrierte Supplemente übertragen.
Für gesunde Erwachsene schätzt das BfR das Risiko negativer Wirkungen bei einer Zufuhr von bis zu 5.000 bis 6.000 mg Kalium pro Tag aus üblichen Lebensmitteln als gering ein. Diese Einschätzung gilt ausdrücklich nicht für Supplemente und nicht für Menschen, deren Kaliumausscheidung beeinträchtigt ist.
Wie der Höchstmengenvorschlag entstand
Für Nahrungsergänzungsmittel leitet das BfR aus seinem Expositionsmodell zunächst eine noch verfügbare Restmenge ab. Auf diese Restmenge wird ein Unsicherheitsfaktor von 2 angewandt. Daraus ergibt sich der Vorschlag von 500 mg Kalium pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels.
Der Wert ist damit eine vorsorgliche Höchstmengenempfehlung für das regulatorische Risikomanagement. Er beschreibt weder einen individuellen Bedarf noch eine pauschal sichere Gesamttageszufuhr.
Was die Sicherheitsdaten zeigen
Kurzzeitdaten bei gesunden Erwachsenen sprechen dafür, dass bis zu 3.000 mg zusätzliches Kalium pro Tag über überwiegend zwei bis sechs Wochen und höchstens 24 Wochen ohne negative Wirkung blieb. Langzeitdaten sind jedoch begrenzt. Außerdem beschreibt die Stellungnahme Fallberichte über Herzfunktionsstörungen bei hohen täglichen Supplementmengen im Grammbereich.
Das BfR hebt hervor, dass eine Hyperkaliämie – eine zu hohe Kaliumkonzentration im Blut – besonders bei gestörter Kaliumhomöostase entstehen kann. Dazu zählt vor allem eine eingeschränkte Nierenfunktion. Kurzfristige Befunde aus gesunden Erwachsenen dürfen daher nicht auf Menschen mit eingeschränkter Kaliumausscheidung übertragen werden.
Medikamente und besonders zu beachtende Gruppen
Als relevante Medikationsgruppen nennt das BfR ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker und kaliumsparende Diuretika. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder beeinträchtigter Kaliumausscheidung kann zusätzliche Kaliumaufnahme deshalb anders zu bewerten sein als in der gesunden Allgemeinbevölkerung. Das konkrete Risiko hängt unter anderem von Nierenfunktion, Begleiterkrankungen und Medikation ab.
Grenzen der Stellungnahme
Die Bewertung bündelt Risikobewertungen, Kurzzeitstudien und Fallberichte; belastbare Langzeitstudien zu hohen Supplementmengen fehlen. Der Vorschlag von 500 mg beruht auf einer Restmengenrechnung mit Unsicherheitsfaktor und ist kein universeller Schwellenwert, unterhalb dessen jede Einnahme für jede Person risikofrei wäre.
Fazit
Das BfR schlägt 500 mg Kalium pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels als vorsorgliche Höchstmenge vor. Normale Lebensmittelzufuhr, Supplemente und Kochsalzersatz sind dabei getrennt zu betrachten. Besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion oder kaliumwirksamer Medikation lässt sich die Einschätzung für gesunde Erwachsene nicht übertragen.