ASPEN-Konsensempfehlungen zum Refeeding-Syndrom
ASPEN schlägt eine einheitliche Definition und Risikostruktur für das Refeeding-Syndrom bei hospitalisierten Erwachsenen und Kindern vor.
Wie der Konsens entstand
Eine interprofessionelle Taskforce bildete thematische Untergruppen, sichtete Literatur und diskutierte Entwürfe per E-Mail und in Telekonferenzen. Die Texte wurden mehrfach überarbeitet. Ziel war, Risikoerkennung, Diagnose, Vermeidung und Management zu vereinheitlichen. Wegen stark variierender Definitionen und Methoden handelt es sich um einen narrativen Review mit Konsensprozess, nicht um einen systematischen Effektvergleich.
Vorgeschlagene Definition
Das Refeeding-Syndrom wird über Veränderungen innerhalb von fünf Tagen nach Wiederaufnahme der Kalorienzufuhr definiert. Ein Abfall von Phosphat, Kalium oder Magnesium um 10 bis 20 Prozent gilt als mild, um 20 bis 30 Prozent als moderat. Ein Rückgang um mehr als 30 Prozent oder eine Organdysfunktion – auch infolge eines Thiaminmangels – wird als schwer eingeordnet.
Bedeutung und Grenzen
Die Definition ist ausdrücklich als Ausgangspunkt für einheitlichere Forschung und klinische Orientierung gedacht. Konsens ersetzt keine direkt vergleichende Wirksamkeitsevidenz. Das Abstract berichtet weder eine konkrete Thiamindosis noch ein Thiamin-Zeitfenster und erlaubt keine Ableitung einer individuellen Präventions- oder Behandlungsanweisung.
Fazit
Die ASPEN-Publikation schafft einen gemeinsamen begrifflichen Rahmen für eine komplexe klinische Situation. Ihr Beitrag liegt in Definition und Risikostruktur; die zugrunde liegende heterogene Evidenz und die fehlenden Details im Abstract begrenzen weitergehende Schlussfolgerungen. Den Vitamin-B1-Kontext bündelt der Hauptartikel.