Einfluss einer Vitamin-B1- und Vitamin-B2-Supplementierung auf Angst, Stress und Schlafqualität: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie
Die kleine Studie fand Signale für weniger Stress und besseren Schlaf, untersuchte Vitamin B1 jedoch nur zusammen mit Vitamin B2.
Studiendesign
Die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie wurde mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren in Macau durchgeführt. In die Auswertung gingen 43 Personen ein. Ausgewählt wurden Teilnehmende mit auffälligen Werten in Fragebögen zu Angst, Stress, Schlafqualität oder Tagesschläfrigkeit.
Über vier Wochen erhielt die Interventionsgruppe täglich jeweils 100 Milligramm Vitamin B1 und Vitamin B2; die Kontrollgruppe erhielt Placebo. Erfasst wurden Angst, wahrgenommener Stress, Schlafqualität und Tagesschläfrigkeit.
Ergebnisse
Der mittlere Stresswert sank in der Vitamin-Gruppe von 21,5 auf 15,5 Punkte. In der Placebogruppe veränderte er sich von 20,3 auf 19,8 Punkte. Der Schlafqualitätswert verbesserte sich in der Interventionsgruppe von 8,0 auf 6,3 Punkte, während er sich unter Placebo von 5,7 auf 7,4 Punkte verschlechterte. Für diese Vergleiche berichtete die Studie statistisch signifikante Unterschiede.
Für Angst ergab sich dagegen kein entsprechender Vorteil. Die Ergebnisse waren somit nicht über alle psychologischen und schlafbezogenen Endpunkte konsistent.
Einordnung
Die Studie liefert ein vorläufiges Signal für die geprüfte Kombination. Weil beide Vitamine gemeinsam gegeben wurden, lässt sich kein beobachteter Unterschied Vitamin B1 allein zuschreiben. Die Ergebnisse gelten zudem für eine kleine, anhand von Fragebogengrenzen ausgewählte Gruppe junger Erwachsener.
Grenzen
Die Stichprobe war klein, die Intervention dauerte nur vier Wochen, und die Gruppen unterschieden sich bei einzelnen Ausgangswerten. Es wurden mehrere Endpunkte getestet, ohne dass eine Korrektur für multiples Testen berichtet wurde. Selbstberichtete Fragebögen ersetzen keine klinische Diagnose oder objektive Schlafmessung.
Fazit
Vitamin B1 und B2 gemeinsam verbesserten in dieser kleinen Studie Stress- und Schlafwerte, nicht aber Angst. Der Beitrag von Vitamin B1 allein bleibt offen und muss in größeren, gezielt geplanten Studien geprüft werden. Der Vitamin-B1-Hauptartikel bietet die übergeordnete Einordnung.