Der Verzehr thiaminangereicherter Fischsauce im Haushalt erhöht die Erythrozyten-Thiaminkonzentration bei ländlichen kambodschanischen Frauen und ihren Kindern unter fünf Jahren: eine randomisierte kontrollierte Wirksamkeitsstudie
Die randomisierte Studie fand nach sechs Monaten höhere Thiamin-Biomarker bei ländlichen kambodschanischen Frauen und Kindern als unter Kontrollsauce.
Design, Population und Intervention
Die doppelblinde randomisierte kontrollierte Wirksamkeitsstudie schloss in Prey Veng 276 nicht schwangere und nicht stillende Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren sowie ihre Kinder im Alter von 12 bis 59 Monaten ein. Über sechs Monate nutzten die Haushalte nach Zuteilung Fischsauce ohne zusätzliches Thiamin oder eine Anreicherung mit zwei beziehungsweise acht Gramm Thiamin je Liter nach Belieben.
Als Endpunkt diente das gegenüber dem Ausgangswert adjustierte Erythrozyten-Thiamindiphosphat (eTDP) bei Frauen und Kindern. Die Intention-to-treat-Analyse erfasste damit den biochemischen Thiaminstatus. Klinische Erkrankungen, Morbidität oder langfristige Entwicklungsfolgen waren keine berichteten Wirksamkeitsendpunkte.
Ergebnisse bei den Frauen
Nach sechs Monaten lag das adjustierte eTDP der Frauen bei 259 nmol/L in der Gruppe mit zwei Gramm Thiamin je Liter und 257 nmol/L in der Gruppe mit acht Gramm je Liter. In der Kontrollgruppe betrug es 184 nmol/L. Die beiden angereicherten Gruppen unterschieden sich nicht statistisch signifikant voneinander (P=0,83).
Ergebnisse bei den Kindern
Bei den 12 bis 59 Monate alten Kindern lagen die adjustierten eTDP-Werte ebenfalls bei 259 nmol/L in der Gruppe mit zwei Gramm Thiamin je Liter und 257 nmol/L in der Gruppe mit acht Gramm je Liter. Der Kontrollwert der Kinder betrug 213 nmol/L. Damit lagen beide angereicherten Gruppen über der Kontrolle, aber fast gleichauf miteinander.
Grenzen und Übertragbarkeit
Die Untersuchung belegt eine Veränderung eines Biomarkers, nicht die Verhinderung einer Erkrankung oder eine bessere kindliche Entwicklung. Ähnliche Werte bei zwei und acht Gramm Thiamin je Liter sprechen gegen eine einfache Dosis-Wirkungs-Interpretation und erlauben keine allgemeine Dosierungsempfehlung.
Die Übertragbarkeit hängt außerdem vom Ausgangsstatus, vom regelmäßigen Fischsaucenkonsum und vom lokalen Ernährungsmuster ab. Die Ergebnisse stammen aus einer spezifischen ländlichen Bevölkerung und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Lebensmittel, Versorgungsprogramme oder Bevölkerungen übertragen. Der Vitamin-B1-Hauptartikel ordnet die Gesamtbefunde ein.
Fazit
Die angereicherte Fischsauce erhöhte das adjustierte eTDP bei Frauen und Kindern gegenüber der Kontrolle. Für beide Gruppen gilt exakt: 259 nmol/L bei zwei Gramm Thiamin je Liter und 257 nmol/L bei acht Gramm je Liter; die Kontrollen lagen bei 184 beziehungsweise 213 nmol/L. Die Studie zeigt biochemische Wirksamkeit, nicht klinische Prävention.