CoQ10 im Sport: höhere Blutspiegel, aber inkonsistente Leistungsdaten
Deng et al. veröffentlichten 2025 einen systematischen Review mit Meta-Analyse zu CoQ10, Blutspiegeln und Sportleistung. Die Arbeit erschien in British Journal of Nutrition; die Printausgabe ist 2026, Band 135, Heft 7, Seiten 674-694.
Studienartikel: Deng et al. (2025) zu CoQ10, Blutspiegeln und Sportleistung
Kurzprofil
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Primäre Quelle | Deng et al. (2025). Coenzyme Q10 supplementation increases blood concentrations but shows limited and inconsistent effects on exercise performance: a systematic review and meta-analysis. |
| Quellenart | Systematischer Review und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien |
| Wirkstoff | Coenzym Q10, kurz CoQ10 |
| Land/Kontext | Internationale Literaturauswertung; Autorengruppe mit Institutionen in Malaysia, China und Australien |
| Datenbasis | 24 randomisierte Studien aus sechs Datenbanken, Publikationen bis November 2025 |
| Population | Gesunde Erwachsene in Sport-, Trainings- oder Belastungskontexten |
| Zentrale Endpunkte | Blut-CoQ10, sportliche Leistungsdaten, subjektive Ermüdung |
| Originalquelle | https://doi.org/10.1017/S0007114525106211 |
| DOI / PMID | DOI: 10.1017/S0007114525106211; PMID: 41457257 |
| Volltextstatus | Cambridge-Abstract, Metadaten und Referenzen sind zugänglich; Europe PMC meldet kein Open Access, kein PMC und kein PDF |
Deng et al. untersuchten, ob CoQ10 in randomisierten Studien bei gesunden Erwachsenen die Blutkonzentration von CoQ10, sportliche Leistungsdaten und subjektive Ermüdung verändert. Das deutlichste Signal lag beim Blut-CoQ10: Die Konzentrationen stiegen konsistent. Die Leistungsdaten waren dagegen klein, uneinheitlich und nach Ausreißeranalysen weniger stabil.
Fragestellung
CoQ10 ist an der mitochondrialen Energieproduktion beteiligt und kann als Redoxpartner wirken. Daraus entsteht eine biologische Plausibilität für Sportfragen. Plausibilität allein reicht aber nicht aus, um eine bessere Ausdauer-, Kraft- oder Wettkampfleistung anzunehmen.
Die Übersichtsarbeit bündelte randomisierte Studien, die CoQ10 mit Placebo verglichen. Im Mittelpunkt standen drei getrennte Fragen: Steigt Blut-CoQ10 messbar? Verbessern sich Leistungsparameter? Verändert sich subjektive Ermüdung? Diese Trennung ist wichtig, weil ein höherer Blutspiegel nicht automatisch bedeutet, dass eine Person leistungsfähiger wird.
Studiendesign und Methoden
Die Arbeit ist ein systematischer Review mit Meta-Analyse. Eingeschlossen wurden randomisierte Studien bei gesunden Erwachsenen. Die Autorengruppe suchte in sechs Datenbanken nach Publikationen bis November 2025. CoQ10 musste gegen Placebo geprüft worden sein.
Die quantitative Auswertung nutzte ein dreistufiges Modell. Dieses Vorgehen ist für Datensätze gedacht, in denen mehrere Effektgrößen aus denselben Studien stammen können. Das Verzerrungsrisiko wurde mit RoB 2 bewertet. Die Sicherheit der zusammengefassten Aussagen wurde mit GRADE beurteilt.
Die Auswertung unterschied akute und chronische Supplementierung. Akut meint eine sehr kurzfristige Gabe im Studienprotokoll. Chronisch meint eine länger laufende Gabe über mehrere Tage oder Wochen. Diese Begriffe beschreiben Studiendesigns und sind keine Einnahmeregel.
Untersuchte Personen oder Datenbasis
Die Meta-Analyse umfasste 24 randomisierte Studien. Die untersuchten Personen waren gesunde Erwachsene. Der zugängliche Abstract nennt keine vollständige Teilnehmerzahl und keine vollständige Tabelle zu Geschlecht, Trainingsstatus, Sportart, CoQ10-Form, Tagesmenge oder Studiendauer.
Die zugängliche Referenzliste zeigt, dass die Datenbasis heterogen war. Sichtbar sind unter anderem Studien zu trainierten Athleten, untrainierten Personen, Fußballspielern, Ringern, Skilangläufern, älteren trainierten Personen und Männern mittleren Alters. Außerdem werden mehrere ältere und neuere Arbeiten zu Ubiquinon oder Ubiquinol in Sportkontexten aufgeführt.
Intervention, Exposition und Vergleich
Die Intervention war CoQ10, in den sichtbaren Referenzen teils als Ubiquinon und teils als Ubiquinol. Die Vergleichsbedingung war Placebo. Der Abstract berichtet keine stabile Dosis-Wirkungs-Beziehung für Tagesmenge oder Dauer.
Die Endpunkte lassen sich klar trennen:
| Endpunktgruppe | Was geprüft wurde | Warum die Trennung wichtig ist |
|---|---|---|
| Blut-CoQ10 | zirkulierende CoQ10-Konzentration | zeigt Aufnahme oder biochemische Reaktion, aber nicht automatisch Leistung |
| Leistung | Ausdauer, anaerobe Leistung, Kraft und verwandte Leistungsparameter | direkte Sportendpunkte waren klein und uneinheitlich |
| Ermüdung | subjektive Müdigkeit oder Belastungsempfinden | mögliches Signal, aber nicht gleichbedeutend mit objektiver Leistungssteigerung |
| Muskelschaden und Marker | in dieser Arbeit nicht der zentrale Endpunkt | diese Ebene wird eher durch andere Reviews zu Muskelschaden und oxidativem Stress abgedeckt |
Ergebnisse
Das stabilste Ergebnis betraf Blut-CoQ10. Die Supplementierung erhöhte die Blutkonzentrationen konsistent. Die Autorengruppe beschreibt dies als robuste biochemische Reaktion. Damit ist belegt, dass CoQ10 in den Studien im Blut messbar ankam.
Die Leistungsdaten waren deutlich vorsichtiger zu lesen. In den primären Analysen zeigte chronische Supplementierung einen kleinen Vorteil, während akute Supplementierung keinen Vorteil zeigte. Nach Ausschluss von Ausreißern war der chronische Effekt nicht mehr stabil. Der akute Effekt blieb trivial.
Die Subgruppenanalysen waren auf chronische Supplementierung beschränkt. Aerobe Ausdauer war in den primären Analysen signifikant, wurde nach Ausreißer-Ausschluss aber nur noch grenzwertig. Anaerobe Leistung und Kraft zeigten wenig Veränderung.
Für subjektive Ermüdung war das Signal eher hinweisend als belastbar. Nach Ausschluss von Ausreißern wurde es konsistenter. Auch bei trainierten Personen waren mögliche Vorteile zunächst instabil und wurden erst nach Ausreißer-Ausschluss konsistenter. Das spricht nicht für einen robusten allgemeinen Leistungsnutzen, sondern für eine unsichere, kontextabhängige Datenlage.
Eine stabile Beziehung zwischen untersuchter Menge, Dauer und Effekt wurde nicht gefunden. Die Arbeit berichtet zudem Heterogenität und ein moderates bis hohes Verzerrungsrisiko. Die Gesamtsicherheit der Aussagen wurde als sehr niedrig bis niedrig eingeordnet.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Der zugängliche Abstract stellt keine eigenständige Sicherheitsauswertung dar. Er berichtet keine detaillierten unerwünschten Ereignisse, keine Langzeitdaten und keine spezielle Prüfung von Wechselwirkungen.
Die Quelle eignet sich deshalb nicht als Sicherheitsbewertung für Kinder, Schwangerschaft, Stillzeit, Arzneimittelkombinationen, besondere Erkrankungen, Produktqualität oder Langzeitanwendung. Sie beantwortet vor allem Sportleistungs- und Blutspiegelfragen bei gesunden Erwachsenen.
Grenzen der Aussagekraft
Die wichtigste Grenze ist die niedrige Aussagesicherheit. Heterogenität, moderates bis hohes Verzerrungsrisiko und instabile Effekte nach Ausreißeranalysen schwächen die Leistungsbefunde. Besonders bei Leistungsdaten ist ein kleiner primärer Effekt weniger überzeugend, wenn er nach Sensitivitätsanalysen nicht stabil bleibt.
Eine zweite Grenze ist die Unterschiedlichkeit der Studien. Trainingsstatus, Sportart, Leistungsendpunkt, CoQ10-Form, Studiendauer und untersuchte Menge können die Ergebnisse beeinflussen. Der zugängliche Abstract erlaubt keine vollständige Detailprüfung jeder Einzelstudie.
Eine dritte Grenze betrifft Marker und Leistung. Ein höherer Blut-CoQ10-Wert zeigt eine biochemische Reaktion. Er beweist aber keine bessere Ausdauerleistung, keine höhere Kraft, keine schnellere Erholung und keinen besseren Wettkampfausgang.
Außerdem deckt diese Arbeit Muskelschaden, oxidative Stressmarker und entzündungsbezogene Marker nicht so tief ab wie Reviews, die genau diese Marker als Hauptendpunkte untersuchen. Talebi et al. (2024) und Qu et al. (2025) werden in der zugänglichen Referenzliste als verwandte Sportreviews sichtbar. Sie sind Vergleichsquellen, nicht von Deng eingeschlossene Einzelstudien. Ein späterer Exercise-Review zu CoQ10-Analoga war in der zugänglichen Referenzansicht nicht als abgedeckte Quelle erkennbar.
Was die Studie zeigt
Die Meta-Analyse zeigt, dass CoQ10 in randomisierten Studien bei gesunden Erwachsenen die Blutkonzentration von CoQ10 zuverlässig erhöhen kann. Dieses Ergebnis ist klarer als die direkten Leistungsbefunde.
Die Arbeit zeigt außerdem, dass Leistungsdaten im Sportkontext inkonsistent bleiben. Chronische Studien zeigten in primären Analysen kleine Effekte, aber diese Effekte waren nach Ausreißeranalysen nicht stabil. Akute Studien zeigten keinen relevanten Vorteil.
Was die Studie nicht zeigt
Die Arbeit zeigt keine persönliche Einnahmeempfehlung, keine Therapieempfehlung und keine Diagnosehilfe. Die untersuchten Mengen und Dauern sind Merkmale der Studienprotokolle.
Sie zeigt auch nicht, dass ein höherer Blut-CoQ10-Spiegel automatisch bessere sportliche Leistung bedeutet. Sie belegt keine zuverlässige Verbesserung von Kraft, anaerober Leistung, Wettkampfergebnis, Muskelregeneration oder Muskelschadenmarkern.
Eingeschlossene Einzelstudien
Die Originalarbeit berichtet 24 randomisierte Studien. Eine vollständig zugeordnete Liste mit allen Studienarmen und Endpunkten war in den frei zugänglichen Metadaten nicht vollständig einsehbar.
Die sichtbare Referenzliste nennt als einschlägige CoQ10-Studien unter anderem Alf et al. (2013), Kunching et al. (2022), Ebrahimi und Ladary (2016), Mizuno et al. (2008), Mohammadi et al. (2020), Moreno-Fernandez et al. (2023), Bloomer et al. (2012), Cooke et al. (2008), Mieszkowski et al. (2024), Deichmann et al. (2012), Gharahdaghi et al. (2013), Laaksonen et al. (1995), Malm et al. (1997), Orlando et al. (2018), Porter et al. (1995), Thar et al. (2025), Ylikoski et al. (1997), Zhou et al. (2005), Bonetti et al. (2000), Braun et al. (1991), Östman et al. (2012) und Weston et al. (1997). Ohne frei zugängliche Volltexttabelle bleibt offen, welche dieser Arbeiten in welche quantitative Endpunktgruppe eingingen.
Kompakte Faktenzusammenfassung
- Deng et al. veröffentlichten 2025 einen systematischen Review mit Meta-Analyse zu CoQ10, Blutspiegeln und Sportleistung.
- Die Arbeit erschien in British Journal of Nutrition; die Printausgabe ist 2026, Band 135, Heft 7, Seiten 674-694.
- Eingeschlossen wurden 24 randomisierte Studien aus sechs Datenbanken.
- Die Suche berücksichtigte Publikationen bis November 2025.
- Die Population waren gesunde Erwachsene in Sport-, Trainings- oder Belastungskontexten.
- CoQ10 wurde mit Placebo verglichen.
- Blut-CoQ10 stieg konsistent an.
- Direkte Leistungsdaten waren klein, heterogen und nach Ausreißeranalysen nicht stabil.
- Akute Supplementierung zeigte keinen relevanten Vorteil.
- Aerobe Ausdauer war in primären Analysen auffällig, wurde nach Ausreißer-Ausschluss aber nur noch grenzwertig.
- Anaerobe Leistung und Kraft zeigten wenig Veränderung.
- Subjektive Ermüdung zeigte ein mögliches, aber unsicheres Signal.
- Es wurde keine stabile Beziehung zwischen untersuchter Menge, Dauer und Effekt gefunden.
- Die Aussagesicherheit wurde insgesamt als sehr niedrig bis niedrig bewertet.
- Die Quelle liefert keine Einnahme-, Therapie-, Diagnose-, Produkt- oder Kaufempfehlung.