Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Thiamin

Die DGE ordnet die empfohlene Thiaminzufuhr nach Alter und Lebensphase. Die Werte gelten für Bevölkerungsgruppen, nicht als persönliche Dosierung.

Wie die Referenzwerte entstehen

Für Menschen ab vier Monaten leitet die DGE die Werte aus alters- und geschlechtsspezifischen Richtwerten der Energiezufuhr ab. Für Säuglinge von null bis unter vier Monaten wird dagegen ein Schätzwert verwendet. Die Seite ist damit eine institutionelle Referenzwerttabelle und keine neue klinische Interventionsstudie.

Welche Werte die Tabelle nennt

Die Spannweite reicht von 0,2 mg pro Tag als Schätzwert im frühen Säuglingsalter bis 1,4 mg pro Tag für männliche Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren. Für Erwachsene liegen die Werte je nach Alter und Geschlecht zwischen 1,0 und 1,3 mg pro Tag. In der Schwangerschaft nennt die DGE 1,2 mg pro Tag im zweiten und 1,3 mg pro Tag im dritten Trimester; für Stillende gelten 1,3 mg pro Tag. Den Schwangerschaftswerten liegen angenommene Energiezulagen von 250 beziehungsweise 500 kcal pro Tag zugrunde, der Stillwert bezieht sich auf ausschließliches Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten.

Funktion, Lebensmittel und Mangelkontexte

Die DGE beschreibt Thiamin als wasserlösliches Vitamin mit geringer Speicherkapazität, das regelmäßig zugeführt werden sollte. Als gute Quellen nennt sie Vollkornprodukte, Samen, Hülsenfrüchte und Muskelfleisch. Wärme, Sauerstoff und Wasser können Verluste bei Lagerung und Zubereitung begünstigen.

Schwerer Mangel wird mit neurologischen Störungen, Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und Beri-Beri mit Muskel- und Herzschwäche sowie Ödemen verbunden. Als Risikokontexte in Deutschland nennt die Seite unter anderem Hyperemesis gravidarum, Magen-Darm- und Leberkrankheiten sowie chronischen Alkoholmissbrauch.

Grenzen und Einordnung

Die Referenzwerte gelten für definierte Bevölkerungsgruppen. Sie sagen weder, wie viel eine einzelne Person benötigt, noch ob bei unspezifischen Beschwerden ein Mangel vorliegt. Auch die genannten Risikokontexte werden nicht mit absoluten Risiken oder Prävalenzen beziffert. Die stoffweite Einordnung steht im Hauptartikel zu Vitamin B1.

Fazit

Die DGE liefert eine nach Lebensphase differenzierte Orientierung für die übliche Thiaminzufuhr. Entscheidend ist die Einordnung als populationsbezogener Referenzrahmen: Die Tabelle ist weder eine individuelle Dosierungsanweisung noch ein Wirksamkeitsnachweis für zusätzliche Zufuhr oberhalb des Bedarfs.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (o. J.). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Thiamin. Deutsche Gesellschaft für Ernährung.