Systematischer Review zur Thiaminsupplementierung bei Diabetes und damit verbundenen Herz-Kreislauf-Funktionsstörungen

Der Review ordnet acht unterschiedliche Publikationen ein. Einen einheitlichen Thiamineffekt bei Diabetes oder Herz-Kreislauf-Störungen belegt er nicht.

Welche Frage der Review untersuchte

Gesucht wurde nach Humanstudien zu Thiamin bei erwachsenen Menschen mit Diabetes und damit verbundenen kardiovaskulären Funktionsstörungen. Im Mittelpunkt standen Hyperglykämie sowie Herz-Kreislauf-Endpunkte. Die stoffweite Einordnung von Funktion, Versorgung und Evidenz steht im Vitamin-B1-Überblick.

Wie die Evidenz ausgewählt wurde

Die Autoren arbeiteten nach einem PRISMA-/PICO-Rahmen und suchten in PubMed und Medline nach englischsprachigen Veröffentlichungen. Der Suchzeitraum reichte von 1980 bis Februar 2025; für die qualitative Auswahl wurde auf die letzten zehn Jahre begrenzt.

In die qualitative Synthese gingen acht Publikationen ein. Der Abstract spricht dagegen von sieben klinischen Studien. Diese interne Abweichung bleibt offen. Die eingeschlossenen Arbeiten umfassten klinische Studien, Beobachtungsstudien und Fallberichte. Sie untersuchten Thiamin allein, Kombinationspräparate oder klinische Hochdosis-Repletion in sehr verschiedenen Situationen. Deshalb wurde keine Metaanalyse mit gepooltem Effekt berechnet.

Die unmittelbar eingeschlossenen Evidenzeinheiten sind in der Quellenliste vollständig ausgewiesen. Für diese Konstituenten ist hier ihre Zugehörigkeit zum Review belegt; eigene Ergebnisbehauptungen werden daraus nicht abgeleitet.

Was die qualitative Synthese zeigt

Ein konkret berichtetes Beispiel war eine Pilotstudie mit 118 auswertbaren hospitalisierten Personen mit überwiegend leichter bis moderater akuter Herzinsuffizienz. Nur eine Person war thiamindefizient. Zusätzlich zur Standardbehandlung wurden an den ersten beiden Abenden jeweils 100 mg Thiamin oder Placebo gegeben; die Messung erfolgte acht Stunden nach der Infusion. Dyspnoe, Biomarker und weitere klinische Parameter verbesserten sich durch Thiamin nicht.

Über alle acht Publikationen hinweg reichten die Endpunkte von Glukose und Blutdruck über Dyspnoe bis zu Mangelmanifestationen und einzelnen Fallverläufen. Die Populationen, Interventionen und Vergleichsbedingungen waren so verschieden, dass sich kein einheitlicher thiaminspezifischer Behandlungseffekt für Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen ableiten lässt.

Wie belastbar das Ergebnis ist

Die Evidenzbasis bestand aus kleinen Stichproben, heterogenen Designs, Fallberichten und Kombinationsinterventionen. Thiamin wurde teils nur indirekt gemessen; mehrere Populationen waren hospitalisiert, und robuste Messungen der Herzfunktion fehlten. Einige Hochdosisregime waren für eine allgemeine Anwendung wenig übertragbar.

Weil keine Metaanalyse durchgeführt wurde, gibt es weder eine gemeinsame Effektschätzung noch eine statistische Quantifizierung der Unterschiede zwischen den Studien. Die Quelle selbst fordert größere randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Multizenterstudien.

Fazit

Der Review beschreibt eine heterogene und insgesamt begrenzte Evidenzlage. Einzelne spezielle Situationen liefern Hinweise, doch ein allgemeiner Nutzen von Thiaminsupplementen bei Diabetes oder Herz-Kreislauf-Funktionsstörungen ist daraus nicht belegt.

Quellen

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  2. Godo et al. (2017). The Dramatic Recovery of a Patient with Biguanide-associated Severe Lactic Acidosis Following Thiamine Supplementation. Internal Medicine. DOI: 10.2169/internalmedicine.56.7754. PMID: 28202871.
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