Thiaminmangel und Herzfunktionsstörungen bei kambodschanischen Säuglingen

Die prospektive Studie fand meist normale Herzfunktion, aber rasche Verbesserungen bei zwei schwer mangelversorgten Säuglingen.

Design und Messungen

Untersucht wurden 62 kambodschanische Säuglinge im Alter von 2 bis 47 Wochen. Darunter waren 20 klinisch diagnostizierte Beriberi-Fälle und 42 gematchte gesunde Kontrollen. Die Forschenden bestimmten Thiamindiphosphat, führten Echokardiografien durch und maßen NT-proBNP als Marker kardialer Belastung. Bei den Fällen erfolgten Messungen vor und nach der Thiaminbehandlung; eine kurze Nachbeobachtung bis 48 Stunden ist berichtet.

Ergebnisse in der Gesamtgruppe

Die mediane Thiamindiphosphat-Konzentration lag bei den Fällen bei 47,6 nmol/L und bei den Kontrollen bei 55,1 nmol/L. Der Unterschied war nicht statistisch signifikant. Bei allen untersuchten Säuglingen war die linksventrikuläre Auswurffraktion normal.

Auch NT-proBNP war bei den Fällen nicht signifikant höher und korrelierte nicht mit dem Thiaminwert. In der Gesamtgruppe ergab sich somit kein einfacher Zusammenhang zwischen niedrigerem Biomarkerwert und messbarer Herzfunktionsstörung.

Die beiden schweren Fälle

Zwei Säuglinge wiesen besonders niedrige Thiamindiphosphat-Werte von 24 beziehungsweise 21 nmol/L auf. Bei ihnen bestanden eine Vergrößerung der rechten Herzkammer und erhöhte NT-proBNP-Werte. Innerhalb von 48 Stunden nach Thiamin gingen sowohl die rechtsventrikuläre Vergrößerung als auch NT-proBNP zurück.

Diese deutliche zeitliche Reaktion ist klinisch auffällig, beruht aber nur auf zwei Fällen. Sie kann deshalb nicht die Ergebnisse der gesamten Gruppe ersetzen und liefert keine verlässliche Schätzung der Behandlungseffektgröße.

Grenzen

Die Studie war klein und beobachtend. Klinische Fallzuordnung und Grenzwerte des Thiaminstatus waren unsicher, und nur eine Minderheit der als mangelversorgt eingeordneten Säuglinge hatte auffällige Echokardiografien. Die kurze Nachbeobachtung zeigt frühe Veränderungen, nicht deren Dauerhaftigkeit.

Fazit

Bei den meisten untersuchten Säuglingen war keine klare kardiale Dysfunktion erkennbar. Zwei schwer mangelversorgte Säuglinge besserten sich nach Thiamin rasch, doch dieser Befund bleibt ein kleines, nicht kontrolliertes Signal. Die stoffweite Einordnung steht im Vitamin-B1-Hauptartikel.

Quellen

  1. Porter et al (2014). Thiamine deficiency and cardiac dysfunction in Cambodian infants. The Journal of Pediatrics. DOI: 10.1016/j.jpeds.2014.01.049. PMID: 24607240.