Folsäure plus Vitamin B12 und Krebsrisiko: Einordnung zweier Studien
Eine Analyse zweier randomisierter Studien untersuchte Krebs- und Sterblichkeitsdaten nach Folsäure plus Vitamin B12. Die Kombination begrenzt die Interpretation.
Studiendesign und Population
Ausgewertet wurden 6.837 Menschen mit ischämischer Herzkrankheit aus zwei randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studien in Norwegen. Die Behandlung lief von 1998 bis 2005, die erweiterte Nachbeobachtung bis Ende 2007. Verglichen wurden Gruppen mit Folsäure plus Vitamin B12 mit Gruppen ohne diese Kombination.
Krebsinzidenz und Krebsmortalität
In der Kombinationsgruppe war die Krebsinzidenz erhöht. Die Hazard Ratio betrug 1,21, das 95-%-Konfidenzintervall 1,03 bis 1,41 und der p-Wert 0,02.
Auch die Krebsmortalität war erhöht: Hazard Ratio 1,38 bei einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,07 bis 1,79 und einem p-Wert von 0,01. Laut Analyse wurden die erhöhten Krebsbefunde hauptsächlich durch eine höhere Lungenkrebsinzidenz in der Kombinationsgruppe getragen. Der Abstract nennt für diesen Treiber keinen separaten Effektschätzer.
Gesamtmortalität
Für die Gesamtmortalität ergab sich ebenfalls eine Erhöhung. Die Hazard Ratio lag bei 1,18, das 95-%-Konfidenzintervall bei 1,04 bis 1,33 und der p-Wert bei 0,01.
Warum kein isolierter B12-Effekt ableitbar ist
Geprüft wurde Folsäure zusammen mit Vitamin B12. Die Beiträge beider Bestandteile lassen sich aus dieser Analyse nicht trennen. Die Ergebnisse belegen daher keinen eigenständigen Effekt von Vitamin B12 allein. Hinzu kommt die begrenzte Übertragbarkeit einer norwegischen Population mit ischämischer Herzkrankheit auf andere Bevölkerungsgruppen.
Fazit
Die Analyse berichtet erhöhte Krebsinzidenz, Krebs- und Gesamtmortalität unter der Kombination, erlaubt aber keine isolierte Aussage zu Vitamin B12. Weitere Zusammenhänge ordnet der Vitamin-B12-Hauptartikel ein.