Erhöhtes Vitamin B12 im Plasma: Marker für eine spätere Krebsdiagnose?
In einer dänischen Registerkohorte waren stark erhöhte Vitamin-B12-Werte mit späteren Krebsdiagnosen verbunden. Das belegt keine Verursachung durch Vitamin B12.
Aufbau der Kohortenstudie
Die populationsbasierte Analyse umfasste 333.667 Personen, die zwischen 1998 und 2009 zur Messung von Plasma-Vitamin-B12 überwiesen worden waren. Personen mit bereits bestehender Krebserkrankung oder Vitamin-B12-Behandlung wurden ausgeschlossen; die Nachbeobachtung lief bis 2010.
Welche Werte beobachtet wurden
Sechs Prozent der Kohorte hatten Plasmawerte ab 601 pmol/L. Im ersten Folgejahr lag die standardisierte Inzidenzratio für Krebs bei Werten von 601 bis 800 pmol/L bei 3,44, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 3,14 bis 3,76. Bei Werten über 800 pmol/L betrug sie 6,27, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 5,70 bis 6,88.
Muster und zeitliche Nähe
Die Assoziation war im ersten Folgejahr am stärksten. Besonders ausgeprägt war sie bei hämatologischen Krebsarten sowie bei Krebsarten mit Bezug zu Rauchen und Alkohol. Die Studie ordnete erhöhtes Vitamin B12 als Marker ein; welche Richtung dem Zusammenhang zugrunde liegt, wurde nicht getestet.
Grenzen und Einordnung
Registerdaten zeigen Zusammenhänge, keine Kausalität. Menschen, die zur Vitamin-B12-Messung überwiesen werden, können sich zudem von der Allgemeinbevölkerung unterscheiden. Die Ergebnisse sagen weder, dass Vitamin B12 Krebs auslöst, noch wie ein einzelner Laborbefund zu bewerten ist.
Fazit
Die Kohorte spricht für erhöhte Plasmawerte als möglichen Marker, nicht als nachgewiesene Ursache. Der Vitamin-B12-Hauptartikel ordnet diesen Beobachtungsbefund ein.