Vitamin-B12-Supplementierung und Lungenkrebs in der VITAL-Kohorte
In der VITAL-Kohorte war hohe langfristige Vitamin-B12-Supplementierung bei Männern mit höherem Lungenkrebsrisiko assoziiert. Kausalität ist nicht belegt.
Aufbau der Kohortenanalyse
Die Analyse umfasste 77.118 Personen im Alter von 50 bis 76 Jahren. Über ein populationsbasiertes Krebsregister wurden 808 invasive primäre Lungenkrebsfälle erfasst. Als Exposition diente die durchschnittliche tägliche Supplementdosis über zehn Jahre; die Nutzung war nicht randomisiert.
Ergebnisse bei Frauen und Männern
Bei Frauen waren die untersuchten Supplemente mit Vitamin B6, Folat und Vitamin B12 nicht mit dem Lungenkrebsrisiko assoziiert. Bei Männern war die höchste Kategorie einer langfristigen Einnahme von Vitamin B12 als Einzelpräparat – mehr als 55 Mikrogramm pro Tag – mit einer Hazard Ratio von 1,98 gegenüber Nichtnutzern verbunden. Das 95-%-Konfidenzintervall reichte von 1,32 bis 2,97.
Rolle des Rauchens
Die im Abstract berichteten Assoziationen für Vitamin B6 und B12 waren bei Männern, die zu Studienbeginn rauchten, stärker. Für diesen Subgruppenbefund nennt das Faktenpaket kein eigenes Effektmaß.
Grenzen und Einordnung
Als Beobachtungsstudie kann die Analyse trotz statistischer Anpassung durch Restkonfundierung beeinflusst sein. Die Ergebnisse unterscheiden zudem Geschlecht, Raucherstatus und Einzelpräparate. Sie lassen sich nicht als generelle Wirkung von Vitamin B12 oder als individuelle Risikovorhersage lesen.
Fazit
Die VITAL-Kohorte zeigt eine auffällige Assoziation in einer klar begrenzten Untergruppe, aber keinen Kausalnachweis. Der Vitamin-B12-Hauptartikel ordnet den Sicherheitsbefund in die übrige Evidenz ein.