Säureblocker und Vitamin-B12-Mangel: Was die Studie zeigt
Eine große Fall-Kontroll-Studie untersuchte, ob eine langjährige Abgabe von Protonenpumpenhemmern oder H2-Rezeptorantagonisten mit Vitamin-B12-Mangel zusammenhing.
Aufbau der Untersuchung
Die populationsbasierte Analyse umfasste 25.956 Personen mit neu diagnostiziertem Vitamin-B12-Mangel und 184.199 Kontrollen bei Kaiser Permanente Northern California. Ausgewertet wurden elektronische Apotheken-, Labor- und Diagnosedatenbanken für den Zeitraum von Januar 1997 bis Juni 2011.
Da es sich um eine Fall-Kontroll-Studie handelt, schätzt sie Assoziationen. Die Teilnehmenden wurden nicht zufällig einer Medikation zugeteilt.
Ergebnisse für Protonenpumpenhemmer
Eine Abgabe von Protonenpumpenhemmern über mindestens zwei Jahre war mit Vitamin-B12-Mangel assoziiert. Die Odds Ratio betrug 1,65 bei einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,58 bis 1,73.
Bei mehr als 1,5 PPI-Tabletten pro Tag war die Assoziation stärker: Die Odds Ratio lag bei 1,95, das 95-%-Konfidenzintervall bei 1,77 bis 2,15. In der Vergleichskategorie mit weniger als 0,75 Tabletten pro Tag betrug die Odds Ratio 1,63; der Interaktions-p-Wert lag bei 0,007.
Ergebnisse für H2-Rezeptorantagonisten
Auch eine mindestens zweijährige Abgabe von H2-Rezeptorantagonisten ohne PPI-Anwendung war mit Vitamin-B12-Mangel verbunden. Hier lag die Odds Ratio bei 1,25, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,17 bis 1,34.
Was die Zahlen nicht beweisen
Die Daten zeigen einen statistischen Zusammenhang, aber keine Kausalität. Andere Unterschiede zwischen den Gruppen können trotz Modellierung eine Rolle spielen; insbesondere bei der dosisbezogenen Auswertung bleibt Restkonfundierung möglich. Die Studie liefert deshalb keinen Beleg, dass die Medikamente bei jeder behandelten Person einen Mangel verursachen, und keine Grundlage für eigenständige Änderungen einer verordneten Therapie.
Fazit
Die Studie findet bei längerer Säureblocker-Abgabe eine Assoziation mit Vitamin-B12-Mangel, am stärksten in der höheren PPI-Kategorie. Die stoffweite Einordnung steht im Vitamin-B12-Hauptartikel.