Vitamin-B12-Versorgung älterer Menschen im SACN-Statement
Das britische SACN bewertete Ernährung und gesundes Altern bei selbstständig lebenden Menschen ab 65 Jahren und verband Zufuhrdaten mit mehreren Statusmarkern.
Umfang und Suchmethode
Die institutionelle Evidenzbewertung gilt für Menschen ab 65 Jahren und ist populationsbezogen. Durchsucht wurden Embase, MEDLINE, die Cochrane Library und Food Science Technology Abstracts. Berücksichtigt wurden englischsprachige Artikel aus dem Zeitraum 1990 bis zum 9. November 2018. Sprach- und Zeitgrenzen schränken die Suche ein.
Gemeldete Vitamin-B12-Zufuhr
In Daten der britischen National Diet and Nutrition Survey lag die mittlere Vitamin-B12-Zufuhr bei den 65- bis 74-Jährigen bei 368 % der britischen Referenzzufuhr. Bei Menschen ab 75 Jahren waren es 367 %. Solche Erhebungen können durch Fehler bei der Ernährungsberichterstattung beeinflusst sein.
Serum-Vitamin-B12 und Holotranscobalamin
Ein Serum-Vitamin-B12-Wert unter 150 pmol/L wurde bei 5 % der 65- bis 74-Jährigen und bei 8 % der mindestens 75-Jährigen gemessen. Beim Holotranscobalamin lagen 3 % der 65- bis 74-Jährigen und 5 % der älteren Gruppe unter dem vorgeschlagenen biochemischen Schwellenwert von 32 pmol/L. SACN bezeichnet diesen Holotranscobalamin-Grenzwert ausdrücklich als vorgeschlagen.
Grenzen der Statusdaten
Die Statusauswertungen können Menschen enthalten, die wegen eines Vitamin-B12-Mangels Supplemente oder Injektionen erhielten. Das kann die Verteilungen beeinflussen. SACN bewertete einen schlechten Vitamin-B12-Status insgesamt als weniger ausgeprägt als einen schlechten Vitamin-D- oder Folatstatus. Zugleich verweist das Statement auf begrenzte Teilnehmerzahlen und eine mögliche Unterrepräsentation von Menschen mit langfristigen Erkrankungen.
Fazit
Hohe mittlere Zufuhrwerte schließen auffällige Statusmarker in Teilgruppen nicht aus; zugleich begrenzen Behandlungseinflüsse und Repräsentativität die Deutung. Den größeren Zusammenhang erklärt der Vitamin-B12-Hauptartikel.