Wirkung einer Thiaminsupplementierung auf glykämische Endpunkte bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes: systematischer Review und Meta-Analyse

Die Meta-Analyse fand bei Typ-2-Diabetes keine statistisch gesicherte Verbesserung der untersuchten Blutzuckerwerte.

Fragestellung und Studienauswahl

Der systematische Review fasste sechs randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 364 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zusammen. Geprüft wurden Thiamin oder Benfotiamin in Dosierungen von 100 bis 900 Milligramm über Zeiträume von bis zu drei Monaten. Die eingeschlossenen Studien und ihre Originalquellen bilden die unmittelbar ausgewertete Evidenzfamilie.

Als Endpunkte dienten der Langzeitblutzuckerwert HbA1c, Nüchternglukose und Glukose nach einer Mahlzeit. Die Meta-Analyse sollte klären, ob eine Supplementierung diese Messwerte gegenüber den jeweiligen Kontrollen verändert.

Ergebnisse

Für HbA1c ergab sich eine mittlere Differenz von minus 0,02 Prozentpunkten mit einem 95-%-Konfidenzintervall von minus 0,35 bis plus 0,31. Für die Nüchternglukose lag die mittlere Differenz bei minus 0,20 Millimol pro Liter; das Intervall reichte von minus 0,69 bis plus 0,29.

Auch für die postprandiale Glukose zeigte sich kein statistisch gesicherter Effekt. Die mittlere Differenz betrug minus 0,20 Millimol pro Liter bei einem Konfidenzintervall von minus 2,05 bis plus 1,65. Alle Intervalle schlossen somit einen Nullunterschied ein.

Einordnung

Die gepoolten Daten belegen keine Verbesserung der drei glykämischen Endpunkte. Das ist nicht gleichbedeutend mit dem Beweis, dass Thiamin unter allen Umständen wirkungslos ist. Es zeigt vielmehr, dass die vorhandenen kleinen und kurzen Studien keinen verlässlichen durchschnittlichen Effekt nachweisen konnten.

Grenzen

Die Studien unterschieden sich bei Präparat, Dosis und Dauer. Viele Stichproben waren klein, die längste Nachbeobachtung betrug nur drei Monate, und Angaben zu Randomisierung oder verdeckter Zuteilung waren teilweise unklar. Der Review beschränkte sich zudem auf englischsprachige Veröffentlichungen.

Diese Einschränkungen reduzieren die Präzision und erschweren Aussagen zu bestimmten Untergruppen, etwa Menschen mit nachgewiesenem Thiaminmangel.

Fazit

Die Meta-Analyse stützt keine routinemäßige Thiaminsupplementierung zur Verbesserung von HbA1c, Nüchtern- oder postprandialer Glukose bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Größere und längere Studien müssten mögliche Effekte in klar definierten Gruppen prüfen. Der Vitamin-B1-Hauptartikel ordnet dies ein.

Quellen

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